Macron fordert die Bildung einer "wahren europäischen Armee" - Ausland

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Europe dürfte sich in einer solchen Situation nicht alleine auf die USA verlassen, sondern müsse in der Lage sein, sich gegen die "autoritären Mächte, die an den Grenzen Europas aufsteigen und sich bewaffnen", selbst zu verteidigen.

Der französische Präsident Macron hat erneut für die Schaffung einer europäischen Armee geworben.

Mit Blick auf "Russland, das an unseren Grenzen steht und das zur Bedrohung werden könnte", dürften sich die Europäer "nicht allein auf die USA verlassen". Als Schutz empfiehlt er eine gemeinsame europäische Armee.

Die von US-Präsident Donald Trump beabsichtigte Aufkündigung des INF-Vertrag - er war 1987 zwischen der Washington und Moskau geschlossen worden, um alle landgestützten Flugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern in Europa zu verbieten - wertete Macron gleichfalls als Gefahr für den Kontinent.

Paris - Europa muss sich nach Ansicht von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron gegenüber Russland militärisch wappnen und dazu eine eigene Armee aufstellen. Das gelte, so Macron, "mit Blick auf Russland, China und sogar die USA". "Wer ist das Hauptopfer?", fragte er und antwortete: "Europa und seine Sicherheit". Bundesverteidigungsminsterin von der Leyen hatte darauf zurückhaltend reagiert und erklärt, dies sei kein Projekt unmittelbar für morgen.

Macron hatte bereits im letzten Jahr eine gemeinsame Interventionstruppe für Kriseneinsätze vorgeschlagen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte sich zuletzt 2016 für eine europäische Armee stark gemacht. Dieser Plan wurde mit Rücksicht auf die Bundesregierung aber deutlich abgespeckt.

Im vergangenen Juni hatten sich Frankreich, Deutschland, Großbritannien und sechs weitere EU-Staaten auf eine engere Militärkooperation verständigt.

Die Forderung nach einer "Europaarmee" ist ein alter französischer Wunsch und stammt schon aus den 1950er Jahren.

Nach dem Fall der Mauer gab es dann immer wieder Versuche, zu einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigung zu kommen, unter anderem mit der Gründung des Eurokorps als gemeinsames Hauptquartier 1993 und mit der Bildung von schnellen Eingreiftruppen - den sogenannten Battlegroups - für Krisenfälle 2007. Auf administrativer Ebene sollte ein gemeinsamers europäisches Verteidigungsbudget sowie eine gemeinsame militärische Doktrin geschaffen werden. Die EU-Kommission will einen gemeinsamen Verteidigungsfonds gründen, der mit 13 Milliarden Euro für Forschung und Technologie ausgestattet sein soll.

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