Feine Sahne Fischfilet spielen Konzert in Dessau - Boulevard

Einstellen Kommentar Drucken

Dafür müssten sich Bauhaus-Chefin Perren und der Stiftungsratsvorsitzende, Kulturminister Rainer Robra (CDU), entschuldigen. Restaurants nahmen Berichten zufolge "Feine Sahne Fischfilet" auf die Speisekarte.

Mittwochvormittag wollte der Stiftungsrat des Bauhauses Dessau zusammenkommen.

Begleitet von Demonstrationen wird die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet am Dienstagabend in Dessau spielen. Am späteren Abend wollte die Band in der Alten Brauerei auftreten, dem Ausweich-Spielort nach einer umstrittenen Absage des Dessauer Bauhauses.

Vor rund drei Wochen hatte die Stiftung Bauhaus Dessau mit Verweis auf ihr Hausrecht die Absage des ZDF-Konzerts auf der historischen Bauhaus-Bühne gefordert. Zuvor wurde von rechten Gruppierungen Stimmung gegen den geplanten Auftritt der Band gemacht, man befürchtete massive Demonstrationen. Auch "Feine Sahne Fischfilet" hatten sich dort blicken lassen, trotz "Interview-Marathon" im Vorfeld des Konzerts.

Bereits am Dienstagnachmittag hatten an einer Kundgebung unter dem Motto "Stabil bleiben". Er dankte den Dessauern und den Menschen aus der Region für ihr Engagement. Ursprünglich hatten Neonazis eine Demo mit 20 Teilnehmern angemeldet. Etwa 200 Menschen nahmen daran nach Polizeiangaben teil, darunter Landtagsabgeordnete, Gewerkschafter und viele Vertreter aus der Kultur, nicht aber Bauhaus-Chefin Perren, die zeitgleich auf einer anderen Gedenkveranstaltung war. Laut Polizei verliefen alle Veranstaltungen friedlich, es gab keine Strafanzeigen. Die Stiftung Bauhaus Dessau war vor allem in die Kritik geraten, weil sie das Konzert auf der Bauhausbühne vor dem Hintergrund angekündigter Proteste aus dem rechtsextremen Spektrum und dem Druck von AfD und CDU untersagt hatte. Richter vermutet, dass es dabei um die inhaltliche Zukunft des Bauhaus Dessau gehen werde, ob es also eine "Museumshülle, eine Art schützende Tapete" sein oder vielleicht eher "eine virulente Institution, die sich einmischt", werden soll, also eher so wie unter dem früheren Bauhausdirektor Philipp Oswalt, dessen Credo in Anlehnung an Gropius "Jetzt wird gedessauert!" gewesen sei. Zum einen wurde laut Informationen der "Frankfurter Allgemeinen" Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (64, Bündnis 90/Die Grünen) gesichtet, aber auch die amtierende Umweltministerin aus Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert (64, Bündnis 90/Die Grünen), ließ sich das Konzert nicht entgehen. Am Bauhausgebäude hatte die Band zudem eine Urkunde für die "PR-Aktion des Monats" hinterlassen.

Comments