Autobauer zu 3000 Euro für Hardware-Nachrüstung bereit

Einstellen Kommentar Drucken

Verkehrsminister Scheuer ging darauf nach dem Treffen mit den Autobossen nicht näher ein. Er ließ sich von BMW-Vorstandsmitglied Klaus Fröhlich vertreten. Sie würden solche Nachrüstungen dann mit bis zu 3000 Euro pro Auto unterstützen.

BMW wiederum lehnt Hardware-Nachrüstung seiner älteren Dieselautos auch nach dem Treffen weiterhin strikt ab - und erhält dabei Rückendeckung von den Arbeitnehmern. Während die Hersteller Kaufanreize für abgasärmere Fahrzeuge anboten, weigerten sich die Hersteller, die kompletten Kosten für die Nachrüstung von Dieseln der Euro-5-Norm zu übernehmen. Die Branche habe einen "riesigen Nachholbedarf", Vertrauen zurückzugewinnen und ihr Image zu verbessern, hatte er bei einer VDA-Veranstaltung gesagt. Ohne Millionen Diesel mit hohen Stickoxidwerten und betrügerischer Abgasmanipulation hätten man sich viele Auseinandersetzungen sparen können. Der Konzern forderte, die Nachrüstungen müssten vom Kraftfahrt-Bundesamt zertifiziert und zugelassen werden - und "nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren". "Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Autohersteller müssen beim Thema Hardware-Nachrüstungen endlich den Fuß von der Bremse nehmen", sagte der Vorstand des Verbandes, Klaus Müller. Scheuer müsse klar machen, dass die Verursacher, also die Autohersteller, die Kosten tragen und Garantien übernehmen müssen.

Auch bei den sogenannten Umtauschprämien gelte es nachzubessern, sagte Müller: "Die Autohersteller müssen eine rechtsverbindliche Mobilitätsgarantie aussprechen". Damit hätten Verbraucher die Sicherheit, dass sie ihr neu erworbenes Auto wieder umtauschen können, sollte in wenigen Jahren erneut ein Fahrverbot drohen.

In vielen Städten werden vor allem durch Diesel-Abgase Schadstoff-Grenzwerte überschritten. Die Hersteller hatten bereits höhere Preisnachlässe auf den Weg gebracht, wenn Kunden ihren alten Diesel in Zahlung geben und ein sauberes Fahrzeug kaufen. Gerichte hatten Fahrverbote auch etwa für Stuttgart, Berlin oder Frankfurt angeordnet, die 2019 in Kraft treten könnten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte auf eine Änderung der Luftreinhaltepläne in Köln und Bonn geklagt. In der Domstadt wird der EU-Grenzwert für das gesundheitsschädliche Stickstoffdioxid (NO2) deutlich überschritten - statt der erlaubten 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittelwert waren es 2017 bis zu 62 Mikrogramm.

Nach Auffassung der Umwelthilfe sind Fahrverbote hierfür unumgänglich. Urteile zu beiden Städten noch am Donnerstag sind wahrscheinlich.

Hardware-Nachrüstungen seien das wirksamste Mittel, um die Luftbelastung zu senken und die Wertverluste der Diesel aufzufangen. "Wenn man so etwas tut, dann müssen sich alle beteiligen", sagte er am Donnerstag im SWR-Tagesgespräch.

Einen Kompromissvorschlag der Koalition, wonach die Hersteller in begrenztem Umfang für die Nachrüstungen aufkommen sollen, lehnen die deutschen Autobauer bislang ab. Jetzt gelte es, mit ausländischen Herstellern zu verhandeln.

Comments