Schwarzbuch Des Steuerzahlerbundes: Wo unser Geld im Nordwesten verprasst wird

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In seinem am Dienstag vorgestellten mittlerweile 46. In dem neuen jährlichen "Schwarzbuch" listet der Verband auch Beispiele aus Baden-Württemberg. Allerdings kam der Wagen noch nie zum Einsatz: "So kam es in der Region seit Inbetriebnahme lediglich zu zwei Unfällen".

Der Steuerzahlerbund kritisierte auch Pläne der Stadt Monheim am Rhein in Nordrhein-Westfalen, in einem vielbefahrenen Kreisverkehr einen künstlichen Geysir zu installieren.

Celle in Niedersachsen baute einen neuen Kreisverkehr samt Zebrastreifen. Der Übergang wurde von Fußgängern und Radfahrern jedoch so gerne genutzt, dass sich an dem Kreisel regelmäßig Staus bildeten - obwohl der Kreisverkehr die Verkehrssituation eigentlich verbessern sollte. In dem Anhänger sollen verletzte Wölfe vom Unfallort in Sicherheit gebracht werden. Laut Steuerzahlerbund wurde der 12.800 Euro teure Zebrastreifen deshalb abgefräst und der Übergang mit Metallzäunen abgesperrt. Kostenpunkt für Geysir und Ampel: geschätzte 415.000 Euro. Sie soll verhindern, dass Autofahrer in den Kreisverkehr einfahren, während die Fontäne sprudelt. "In beiden Fällen kam der Wolf bei dem Unfall zu Tode".

Für fragwürdig wurde auch die sogenannte Begegnungszone gehalten, die in diesem März auf der Kreuzberger Bergmannstraße für fast 119.000 Euro vom Bezirk errichtet wurde. "Bei einem bestehenden Bauwerk wäre die Stadt vielleicht mit mehr Eifer an die dringend notwendige Sanierung herangegangen als bei einem Haufen Stahl, der fernab der Öffentlichkeit auf einem städtischen Betriebshof gelagert ist", heißt es nun im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler.

In Erfurt wurde im örtlichen Stadion eine Rasenheizung für rund 887.000 Euro eingebaut, damit der FC Rot-Weiß-Erfurt auch im Winter spielen kann. Doch die Betriebskosten waren zu hoch, wie der Steuerzahlerbund berichtete: "Im Winter wurden die Fußballspiele derweil bei Frostgraden abgesagt und verschoben, die Rasenheizung blieb ungenutzt". Bund, Länder und Kommunen seien in zahlreichen Fällen sorglos mit dem Geld der Bürger umgegangen, so die Kritik. So geht es um eine aus Sicht des Verbandes überteuerte Anschaffung von Drohnen sowie um sechs U-Boote der Marine. Diese hätten drei Milliarden Euro gekostet, für Einsätze stehe aber zurzeit kein einziges zur Verfügung.

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