Eingestürzte Häuser in Marseille - vierte Leiche entdeckt

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Nach dem Einsturz mehrerer Häuser nahe dem Alten Hafen von Marseille ist die Zahl der Todesopfer auf fünf gestiegen. Ein drittes Haus wurde bei Räumungsarbeiten zerstört. Es wird befürchtet, dass unter den Trümmern Todesopfer gefunden werden. Am Montag wurde vergeblich nach möglicherweise Verschütteten gesucht. Wohnungsminister Julien Denormandie sprach vor der Presse von einem "Wettlauf gegen die Zeit".

Wegen des schlechten Zustands vieler Gebäude im südfranzösischen Marseille wurde Empörung über die Behörden laut.

Am Abend stürzte dann ein drittes Gebäude teilweise ein.

Innenminister Christophe Castaner versprach am Unglücksort, die Ursache zu klären. Es gebe kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. Weitere Menschen werden vermisst.

Die Rettungskräfte suchten unter Hochdruck nach möglichen Überlebenden. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen zu der Unfallursache auf.

Mitten in Marseille, der zweitgrößten Stadt Frankreichs, sind drei Häuser eingestürzt.

Ein bewohntes Haus war offenbar erst im Oktober inspiziert worden. Allerdings gehe er davon aus, dass man Tote finden werde. Auch in der Nacht zu Mittwoch suchten sie in den Ruinen nach Opfern. Auf Fotos bei Google Maps war zu sehen, dass die eingestürzten Häuser riesige Risse an der Fassade hatten. In der engen Gasse lagen Geröllberge. Rettungskräfte suchten in den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern.

Warum stürzten die beiden Häuser einfach ein?

Der dramatische Unfall könnte auf die heftigen Regenfälle der vergangenen Tage zurückzuführen sein, hieß es von der Stadt.

Mehrere Oppositionsvertreter monierten die Wohnungspolitik der Stadt. "Es sind die Häuser der Armen, die zusammenstürzen - und das ist kein Zufall", sagte etwa der führende Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon. Mélenchon hat in Marseille seinen Wahlkreis.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete, handelte es sich dabei um eine Frau - zuvor wurden bereits zwei Männer und eine Frau in den Trümmern der maroden Wohnhäuser entdeckt. "Ich wohne nebenan. Als ich ferngesehen habe, habe ich ein lautes Geräusch gehört, aber keine Explosion". "Es ist das Ergebnis jahrzehntelanger öffentlicher Untätigkeit", sagte Regionaldirektor Florent Houdmon der AFP. "Ich hatte Angst, zu Hause eingeschlossen zu sein". Die sozialistische Senatorin Samia Ghali sprach von einem Scheitern der Wohnungsbau- und Innenstadtpolitik.

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