Mindestlohn für Millionen Beschäftigte steigt zwei Mal | Leben

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Die nachlaufende Tarifentwicklung ist maßgeblich für die Festsetzung der Höhe, hieran orientiert sich die Empfehlung der Experten. Nun sind die nächsten Anhebungen besiegelt - das reicht aber längst nicht allen. Die Regierung folgte damit einer Empfehlung der Mindestlohn-Kommission.

Erstaunt zeigte sich Möller über den Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz für eine Erhöhung auf 12 Euro. Der Gehaltsbestandteil entspricht damit 8,50 Euro pro Stunde und liegt damit unter dem derzeit gültigen Mindestlohn.

Das Kabinett hat am Mittwoch eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns beschlossen.

Die SPD-Spitze nimmt den Kabinettsbeschluss zur Erhöhung des Mindestlohns zum Anlass, über eine Lohnuntergrenze von zwölf Euro pro Stunde zu debattieren.

Die Lohnuntergrenze war bereits 2017 zum ersten Mal nach der Einführung von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angehoben worden. Er finde, "dass zwölf Euro Mindestlohn angemessen sind". Die deutschen Unternehmen sollten nicht am Lohn sparen, schreibt der Vizekanzler.

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte: "Warum spitzt der Vizekanzler nur die Lippen und pfeift nicht?"

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Johannes Vogel, warf Scholz vor, sich mit seiner Forderung "zum Befehlsgeber der Mindestlohnkommission" aufzuspielen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schwächte Scholz' Äußerung ab und erklärte einen Mindestlohn von zwölf Euro zu einer "Zielmarke". Außerdem sei der Mindestlohn immer nur die absolute Lohnuntergrenze.

Mit der Höhe des Mindestlohns liegt Deutschland im Mittelfeld der Europäischen Union.

Der 2015 auf Druck der SPD in der damaligen großen Koalition eingeführte Mindestlohn gilt für alle volljährigen Arbeitnehmer - außer für Langzeitarbeitslose nach Aufnahme einer Arbeit in den ersten sechs Monaten.

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