Weniger Gewinn erwartet: Daimlers Gewinnwarnung schickt Aktie auf Fünfjahrestief

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Zudem leidet Mercedes unter geringeren Auslieferungen bei Vans wegen Auslieferungsproblemen. Worum es sich dabei genau handelt, wollte eine Daimler-Sprecherin auf Anfrage der Automobilwoche nicht sagen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte zuvor für rund 700 000 Daimler-Diesel wegen einer illegalen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung einen Rückruf angeordnet. Zudem hat sich Daimler bereit erklärt, die Kosten für Hardware-Nachrüstungen für Autos in den 14 besonders stark belasteten Städten teilweise zu übernehmen. Die Höhe nannte der Konzern nicht. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern soll aber in den Sparten Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans "deutlich unter Vorjahresniveau" liegen, das Gleiche gilt für das EBIT des gesamten Konzerns.

Daimler hatte statt des von der EU vorgegebenen umweltfreundlichen Kältemittels R-1234yf aus Sicherheitsgründen das alte Mittel R134a verwendet. Betroffen waren mehr als 133 000 Fahrzeuge, die womöglich umgerüstet werden müssen.

Im dritten Quartal brach der Konzerngewinn im laufenden Geschäft nach vorläufigen Zahlen auf gut 2,49 Milliarden Euro ein - nach knapp 3,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Sorgen bereiten auch Transporter und Busse.

Der Autokonzern Daimler rechnet mit einem deutlich niedrigeren Gewinn, vor allem wegen der Kosten durch die Dieselaffäre.

Im dritten Quartal hat sich nun die Lage am Automarkt weiter verdüstert. Auch hier gab es Probleme mit Dieselmotoren. Einzig die Lastwagen-Sparte brummt: Dort gab es im dritten Quartal nach vorläufigen Zahlen einen Anstieg von 614 Millionen Euro auf 850 Millionen Euro.

Anleger reagierten verunsichert. Die Aktie von Daimler Börsen-Chart zeigen gab im Anschluss an die Gewinnwarnung rund 7 Prozent nach. Diese Prognose wurde nun abermals korrigiert. Am kommenden Donnerstag will Daimler die endgültigen Quartalszahlen veröffentlichen. Analysten hatten allerdings bereits gewarnt, dass auch die gesenkte Prognose angesichts des sich eintrübenden Branchenumfeldes und WLTP-Verzögerungen mittlerweile mit Unsicherheit behaftet sei.

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