Verschwundener Journalist Trump geht von Tod Jamal Khashoggis aus

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Der US-Präsident stellte sich zuletzt im Fall Khashoggi schützend vor Saudi-Arabien.

Während die US-Demokraten von Präsident Donald Trump die Offenlegung seiner Finanzbeziehungen zu Saudi-Arabien verlangten, forderte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen eine klare Positionierung der deutschen Wirtschaft. Aber der US-Präsident räumte der Zeitung zufolge ein, dass die Anschuldigungen, dass der mächtige saudische Kronprinz die Ermordung des Journalisten angeordnet haben soll, schwierige Fragen zum Bündnis der USA mit Saudi-Arabien aufwürfen. Es gebe Anlass zur Sorge über "finanzielle Interessenskonflikte".

Auch an die Trump Organization schickten die Senatoren ein Schreiben mit der Bitte um Aufklärung. Die Leitung der Geschäfte seiner Firmengruppe hatte Trump nach seinem Amtsantritt Anfang 2017 an seine Söhne Donald Jr. und Eric übergeben, seine Anteile aber behalten.

Trump hatte seinen Aussenminister Pompeo nach Saudi-Arabien und in die Türkei geschickt, um den vielen offenen Fragen in dem mysteriösen Fall nachzugehen. "HSBC ist durch seine 40-prozentige Beteiligung an der Saudi British Bank an das Land gebunden". Bei dem Fall handle es sich um eine "schlimme, schlimme Sache". "Überhaupt nicht - ich will nur herausfinden, was passiert ist", sagte er auf Reporterfragen im Weissen Haus. Er äusserte die Erwartung, dass bis Ende der Woche geklärt sei, was mit Khashoggi geschehen ist. Cavusoglu betonte, der Konsul sei nicht ausgewiesen worden, doch warf er ihm zugleich ein "respektloses Verhalten" nach dem Verschwinden Khashoggis vor. Er sprach gegenüber Reportern von "schwerwiegenden" Folgen für denjenigen, der dahinter steckt.

Am Tag vor dem Pompeo-Besuch in Riad hatte Saudi-Arabien nach einem inzwischen bestätigten Bericht einen Betrag von 100 Millionen US-Dollar nach Washington überwiesen. Für Riad forderte er die Unschuldsvermutung. Nach Gesprächen in Riad plädierte US-Außenminister Mike Pompeo dafür, zunächst die Untersuchung abzuwarten, die die saudiarabische Führung ihm zugesichert habe.

Grund ist das Verschwinden des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi, für das die Führung in Riad verantwortlich gemacht wird. Die türkischen Behörden gehen nach Medienberichten davon aus, dass er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Sonderkommando getötet wurde. Bei einem Treffen zwischen Trump und dem saudischen Kronprinzen im Frühjahr dieses Jahres veranschaulichte der US-Präsident die Waffengeschäfte mit einer Schautafel, auf der Kriegsgerät aller Art, von Panzern über Schiffe bis zu Hubschraubern, abgebildet war. Die "New York Times" hatte den Mann in der Nacht zuvor ebenfalls als häufigen Begleiter des Prinzen identifiziert. Khashoggi war am 2. Oktober dabei gefilmt worden, wie er das Gebäude betritt. Kurz darauf sei er enthauptet und zerstückelt worden. Die Mörder seien innerhalb von zwei Stunden wieder weg gewesen. Türkische Behörden geben seit Tagen anonym Informationen an Medien, die Saudi-Arabien belasten. Dieser "Eindruck" habe sich ihm bei dem Telefonat mit Salman aufgedrängt, sagte Trump. "Vermutlich tun sie das, vielleicht tun sie das". Er habe den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman auf seinen Reisen oft begleitet. Die regierungstreue türkische Zeitung "Yeni Safak" berichtete, dem Kritiker des saudischen Königshauses seien während eines Verhörs die Finger abgeschnitten worden. Darüber hinaus sei es höchst unwahrscheinlich, dass ein Einsatz der saudischen Geheimdienste ohne Wissen des Kronprinzen hätte durchgeführt werden können. Ihre Bewertung wollten sie Trump präsentieren.

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