Verschwundener Journalist: Fall Kaschoggi: Erdogan spricht von "übermalten Substanzen" - Politik

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Allerdings hatte sich Trump in den Vortagen gegen einen Stopp der US-Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien ausgesprochen. "Wenn du leben willst, wenn du nach Saudi-Arabien zurückkehrst, sei still", sei ihm daraufhin von einem der Männer erwidert worden. Es gebe Anlass zur Sorge über "finanzielle Interessenskonflikte". Er habe auch die Sorge der USA über das Verschwinden Khashoggis zum Ausdruck gebracht. Beide hätten jegliche Kenntnis über das Schicksal Khashoggis bestritten, betonte Trump. Die Leitung der Geschäfte seiner Firmengruppe hatte Trump nach seinem Amtsantritt Anfang 2017 an seine Söhne Donald Jr. und Eric übergeben, seine Anteile aber behalten. Saudi-Arabien hatte sich bereit erklärt, amerikanische Waren im Wert von 450 Milliarden einzukaufen - 110 Milliarden davon allein für militärische Zwecke. "Sabah" hatte bereits eine Liste mit Namen und Fotos der 15 angeblich beteiligten Saudis veröffentlicht. Er wolle wissen, was mit Khashoggi passiert sei.

Die Regierung in Riad habe ihm versichert, dass "sie eine vollständige, gründliche Ermittlung" vornehmen werde, sagte Pompeo vor Journalisten, nachdem er Trump über seine Reise Bericht erstattet hatte. Dies bedeute, dass sich unter Umständen auch "ranghohe Führer und Beamte in Saudi-Arabien" verantworten müssten, sagte Pompeo, der nun in die Türkei weiterreisen sollte. Die anderen Länder duldeten, dass Regime wie sein Heimatland Saudi-Arabien Oppositionelle und Medien unterdrückten. Für Riad forderte er die Unschuldsvermutung.

Während die US-Demokraten von Präsident Donald Trump die Offenlegung seiner Finanzbeziehungen zu Saudi-Arabien verlangten, forderte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen eine klare Positionierung der deutschen Wirtschaft.

Bei seinem Besuch in der saudiarabischen Hauptstadt traf Pompeo auch zwei Mal bin Salman.

Chaschukdschi, der als Kolumnist für die "Washington Post" gearbeitet hatte, wollte am 2. Oktober Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten im Konsulat abholen und ist seitdem verschwunden. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der im US-Exil lebende Journalist und Regierungskritiker in dem Gebäude von Agenten seines Heimatlandes ermordet wurde.

Nach Angaben des Sprechers des türkischen Außenministeriums, Hami Aksoy, hat die Türkei von Saudi-Arabien eine Erlaubnis für die Besichtigung des Konsulatsgebäudes in Istanbul erhalten. Das saudische Königshaus weist nach wie vor jede Beteiligung am Verschwinden von Kaschoggi von sich.

Die New York Times bringt Personenschützer des Kronprinzen mit dem mutmaßlichen Mord in Verbindung. Wenn Khashoggi entführt werden sollte, stellt sich die Frage, warum er im Konsulat in Istanbul verhört wurde und warum dabei ein Gerichtsmediziner anwesend war. Später sei er enthauptet und seine Leiche zerstückelt worden.

Mehrere der Männer, die verdächtigt werden, den unbequemen Journalisten aus dem Weg geschafft zu haben, sollen aus dem direkten Umfeld der saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman stammen. Die Hinweise verdichteten sich, dass der Kronprinz in den Fall verwickelt sei - so seien Mitarbeiter seines Sicherheitsdiensts zum Zeitpunkt des Verschwindens Khashoggis in dem Konsulat gewesen und es stünden Mitschnitte saudischer Beamter zur Verfügung, die über die Festnahme Khashoggis diskutiert hätten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US- und europäische Geheimdienstkreise. Sollte sich diese Meinung in Washington durchsetzen, könnten die Tage des Kronprinzen gezählt sein. Damit wolle man die USA in ihrem Bestreben unterstützen, Nordostsyrien weiter zu stabilisieren.

Wegen der Affäre um Khashoggi legt Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) Reisepläne nach Saudi-Arabien vorerst auf Eis.

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