Geiselnahme und mehrere Schüsse am Kölner Hauptbahnhof

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Besucher wurden über Lautsprecherdurchsagen dazu aufgefordert, den Hauptbahnhof schnellstmöglich zu verlassen.

Der Kölner Hauptbahnhof gehört zu den meistfrequentierten Bahnhöfen in Deutschland.

Ein Großaufgebot an Polizei- und Rettungskräften war seit dem frühen Nachmittag rund um den Verkehrsknotenpunkt im Zentrum der Millionenstadt zusammengezogen worden. Menschen mit Koffern sind hier am Montag gestrandet, viele wissen nicht, was los ist. Noch einer. Der "Zugriff" hat begonnen. Die Polizei versucht jetzt herauszufinden, ob der Täter Helfer hatte, und wie er damals in Syrien gelebt hat. Der Mann erlitt bei der Befreiungsaktion schwerste Verletzungen, er musste nach Polizeiangaben wiederbelebt worden. Es handelt sich, wie bereits vermutet, um einen 55 Jahre alten Syrer, der im März 2015 nach Deutschland gekommen sei.

Legende: In einer Apotheke im Kölner Hauptbahnhof hat es eine Geiselnahme gegeben.

Laut Polizei soll er freien Abzug gefordert haben.

Erste Notrufe vom Bahnhof hatten die Polizei am Mittag erreicht. Von Rauchentwicklung im Hauptbahnhof ist da die Rede. Ein Großaufgebot der Feuerwehr kommt hinzu. Der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt. Er kann zu dem Zeitpunkt nicht ahnen, dass sich im Bahnhof dramatische Ereignisse abspielen. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte das Geschäft. Der Täter bedrohte die Geisel, versuchte möglicherweise auch, sie anzuzünden. Ob sie echt war, wollte die Polizei zunächst nicht sagen. Zum Überprüfen bleibt keine Zeit. Die Täter stammten aus Nordafrika und dem Nahen Osten. Das Mädchen war noch vor dem Zugriff durch die Polizei aus dem Kölner Hauptbahnhof ins Krankenhaus gebracht worden.

Nach Angaben der Polizei wurden in der Apotheke auch Gaskartuschen gefunden, die der Geiselnehmer dort gelagert haben soll.

Gegen den 55-Jährigen wurde unterdessen Haftbefehl unter anderem wegen zweifachen Mordversuchs erlassen, wie die Kölner Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Polizei betonte aber, es gebe keine gesicherten Hinweise auf Schüsse.

Einige Reisende haben etwas von der Aufruhr am Hauptbahnhof mitbekommen. Plötzlich Schreie. Da Silva Lima dreht sich um. Sie habe sich umgedreht - und dann habe sie Flammen gesehen in einem Bahnhofsrestaurant. Plötzlich aber seien zwei Mädchen rausgerannt. Die Flammen hätten bis zur Hüfte geschlagen.

Ob sich der Anfangsverdacht erhärte, werde im Zuge der Ermittlungen weiter geklärt. Der Mann hatte Gaskartuschen und Brandbeschleuniger bei sich, außerdem eine mutmaßliche Schusswaffe. Bei der Geiselnahme am Montag konnten die Beamten hingegen souverän auftreten. "Beim Betreten der Apotheke soll er gemäss Passanten auch gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe Daesh gehöre", sagte der Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt. Hinweise auf einen Begleiter bei dem Brandabschlag und der Geiselnahme gibt es Becker zufolge noch nicht. Politiker in Frankreich und den USA bezeichnen den sogenannten Islamischer Staat häufig als Daesh und meinen damit ISIS.

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