Cobalt Air ist pleite

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"Niemand hat uns informiert was los ist und was wir tun sollen", sagten Reisende im staatlichen Fernsehen (RIK). Die Lage normalisierte sich am Donnerstagnachmittag.

Die zyprische Verkehrsministerin Vassiliki Anastasiadou kündigte an, dass die Regierung die Kosten für die Rückreise für alle gestrandeten Touristen übernehmen würde.

Die Pleitewelle im europäischen Flugverkehr reißt eine weitere Airline in den Abgrund: Über Nacht gibt Cobalt Air einen kompletten Betriebsstopp bekannt.

Stattdessen sollten Betroffene umbuchen und die Rechnung aufheben sowie ihre Reiseveranstalter oder ihre Bank kontaktieren, um sich das Geld erstatten zu lassen.

Mehrheitlich war die Fluglinie bislang von chinesischen Investoren finanziert. "Wir haben uns bemüht, aber wir konnten leider nicht das Kapital finden, um weiter zu arbeiten", sagte der Chef der Fluglinie, Grigoris Diakos, laut der Nachrichtenagentur dpa im zyprischen Rundfunk.

Nach nur zwei Jahren hat Cobalt Air alle ihre Dienste eingestellt: Sie hatte 2016 Cyprus Airways ersetzt, die während der Finanzkrise 2015 pleite gegangen war.

Die Cobalt führte mit sechs gemieteten Flugzeugen ein Flugprogramm mit 22 Zielen durch - überwiegend im östlichen Mittelmeer und nach Westeuropa. Das Verkehrsministerium in der Hauptstadt Nikosia versicherte, es werde für alle Passagiere, die sich noch in Zypern aufhielten, eine Lösung gefunden. Als Verhandlungen mit einem potenziellen europäischen Geldgeber gescheitert waren, sei der Geschäftsführung nichts anderes übriggeblieben, als den Betrieb sofort und ohne Vorankündigung einzustellen. Betroffen von den Annullierungen sind nun hunderte Passagiere, die genaue Zahl blieb aber unklar.

Unabhängig von der Cobalt-Pleite kursieren Einschätzungen, denen zufolge der zunehmende Wettbewerbsdruck am europäischen Himmel weitere Pleiten im europäischen Airline-Geschäft nach sich ziehen dürfte. "Der erhöhte Wettbewerbsdruck kann im Ergebnis zu weiteren unternehmerischen Umstrukturierungen, wie auch Insolvenzen, führen", zitierte das "Handelsblatt" am Donnerstag aus einer Regierungsantwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Für Rückerstattungen von Tickets könne man sich an sein Reisebüro wenden, heißt es.

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