Zehn Tote: Attentat in Schule auf der Krim

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Auf der Krim ist nach Behördenangaben in einer Berufsschule ein Sprengkörper explodiert und hat zehn Menschen getötet. Bewaffnete Männer seien zudem durch die Räume gegangen und hätten jeden erschossen, den sie finden konnten. "Überall liegen die Leichen von Kindern", sagte er. Auch Angestellte der Schule seien unter den Opfern. Die Explosion sei durch eine selbstgebaute Bombe ausgelöst worden, sagte Sergej Melikow, Vize-Chef der Nationalgarde, der russischen Nachrichtenagentur Tass.

"Ein nicht identifizierter Sprengsatz" sei für die Explosion am Mittwoch in einer technischen Schule der Hafenstadt Kertsch verantwortlich, meldeten russische Nachrichtenagenturen unter Verweis auf eine Mitteilung der Anti-Terror-Behörde der Schwarzmeer-Halbinsel. Russische Behörden gehen von einem Terroranschlag aus. Nach der Explosion sei das Gebäude evakuiert und von Sicherheitskräften abgeriegelt worden. Die genauen Umstände würden geprüft, sagte ein Kremlsprecher der Agentur Interfax.

Laut einem Sprecher von Russlands Präsident Putin wurden Ermittler und Nachrichtendienste angewiesen, die Ereignisse gründlich zu untersuchen. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden etwa 50 Menschen verletzt.

Russland hatte die ukrainische Halbinsel 2014 annektiert und unterstützt zudem pro-russische Separatisten im Osten des Nachbarstaates. In den ersten Berichten aus Kertsch war zunächst von einer Gasexplosion die Rede. Der örtliche Gasversorger auf der Krim teilte mit, die Schule habe keinen Gasanschluss.

Für die Krim und Russland ist die Stadt Kertsch von besonderer Bedeutung. Im Süden der Stadt liegt der westliche Endpunkt der von der russischen Regierung errichteten Straßenverbindung zum russischen Staatsgebiet und der Region Krasnodar. Die Krim war bis zur Fertigstellung der Brücke nicht von Russland aus über einen direkten Landweg zu erreichen.

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