EU-Klimaziele - VW-Chef warnt vor Wegfall von 100.000 Arbeitsplätzen

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Das sähe auch bei 35 Prozent Reduktion nicht sehr viel besser aus. Doch der Schritt hin zu saubereren Fahrzeugen bringt die Autoindustrie auf die Barrikaden, bei VW in Person von Konzernchef Diess. Unterdessen warnt die Autoindustrie vor dem Verlust von Arbeitsplätzen.

"Die Transformation in der Geschwindigkeit und mit den Auswirkungen ist kaum zu managen", sagte Diess am Mittwoch der "Süddeutschen Zeitung". Der Konzern übt sich in gewohnten Drohgebärden. Er warnte davon, die Autobranche mit zu strengen Grenzwerten zu überfordern: "So eine Industrie kann schneller abstürzen, als viele glauben wollen".

Diess kritisierte in dem Interview auch den Energiemix in Deutschland. Das Elektroauto werde mit dem Diesel bei der CO2-Bilanz auf langen Strecken auf absehbare Zeit auch deshalb nicht mithalten können. Schon bei der Produktion einer Batterie mit Kohlestrom entstünden bereits fünf Tonnen Kohlendioxid. "Und wenn Sie dann noch mit Kohlestrom fahren, wird E-Mobilität wirklich zum Wahnsinn", meinte Diess.

Die EU-Umweltminister hatten am späten Dienstagabend eine Einigung bei der Senkung des CO2-Ausstoßes für Autos und Lieferwagen erzielt.

Sollte die EU zu scharfe Klima-Auflagen beschließen, könnten in den kommenden zehn Jahren rund 100.000 Jobs in den Volkswagen-Werken wegfallen. Umweltministerin Schulze machte vor den Verhandlungen mit ihren EU-Kollegen deutlich, dass sie das 30-Prozent-Ziel der Bundesregierung zwar vertreten würde, aber persönlich nicht für ausreichend halte. Die Entscheidung der Minister lag damit über dem Vorschlag der EU-Kommission, der bei 30 Prozent lag. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rechnet nicht mehr mit gravierenden Änderungen.

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