Elektromobilität - BMW investiert Milliarden in China

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Der Autohersteller BMW übernimmt für 3,6 Milliarden Euro Teile an einem chinesischen Joint Venture - und will weitere drei Milliarden investieren. BMW werde seinen Anteil am Joint Venture mit Brilliance China Automotive von 50 auf 75 Prozent erhöhen, kündigte das Unternehmen am Donnerstag an. Der Kaufpreis liege bei umgerechnet 3,6 Milliarden Euro.

Unter anderem soll ein neues Werk in Tiexi auf den bestehenden Werksgelände die Kapazität des Standorts verdoppeln.

BMW wird als erster ausländischer Autohersteller die Mehrheit an einem Gemeinschaftsunternehmen in China übernehmen.

Gleichzeitig verlängerten beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit bis ins Jahr 2040, wie BMW weiter mitteilte. Die Übernahme der Mehrheit muss von den Behörden und den Brilliance-Aktionären noch gebilligt werden. Die Volksrepublik ist der größte Automarkt der Welt und für die Münchner wie für viele andere Hersteller der größte Einzelmarkt.

"Wir setzen unsere Wachstumsstrategie für China konsequent um", sagte BMW-Chef Harald Krüger.

BMW baut seit 2003 zusammen mit Brilliance in Shenyang Autos. Bisher hielt BMW 50 Prozent, Brilliance 40,5 Prozent.

Die Gesamtkapazität in China soll ab 2020 auf 650.000 Autos pro Jahr gesteigert werden. 2017 liefen in den Werken des Gemeinschaftsunternehmens insgesamt etwa 400.000 Autos vom Band.

China ist der wichtigste Absatzmarkt für BMW - und wird in den kommenden Jahren noch an Bedeutung gewinnen. Der Absatz stieg in den ersten acht Monaten des Jahres um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

BMW reagiert damit auf die künftig wohl weiter stark steigende Nachfrage nach E-Fahrzeugen in China. Im Zentrum der Aktivitäten steht der Ausbau der Elektromobilität. Nummernschilder für Benzinautos werden verlost oder müssen teuer ersteigert werden. Sechs Modelle werden heute schon elektrifiziert angeboten. Auch gibt es Fahrverbote an bestimmten Tagen, die für E-Autos nicht gelten. In Dadong läuft ab 2020 der vollelektrische BMWiX3 vom Band. Er wird ausschließlich in China gebaut und soll auch exportiert werden.

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