Daten-Leck verheimlicht: Google schließt Google Plus - DWN

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Als Ergebnis dieser Untersuchung hat sich das Unternehmen entschieden, das soziale Netzwerk für Verbraucher zu schließen. Nutzer sollen so die Möglichkeit haben, ihre persönlichen Daten herunterzuladen und zu sichern. Google behielt das ein halbes Jahr für sich, schloss aber mittlerweile die Lücke.

Einige private Nutzerdaten des Online-Netzwerks Google Plus waren offen für App-Entwickler.

Durch die Software-Panne hätten App-Entwickler auf den Namen, die E-Mail-Adresse sowie Beschäftigung, Geschlecht und Alter von Nutzern zugreifen können, räumte Google am Montag ein. Der Fehler sei im März 2018 entdeckt und umgehend behoben worden.

Angeblich besteht die Lücke seit 2015, heißt es beim Wall Street Journal (Paywall).

Andere Daten seien nicht betroffen gewesen.

Google habe die Öffentlichkeit aus Angst vor einer möglichen Prüfung durch die Regulierungsbehörden nicht informiert, wie "Wall Street Journal" aus einer internen Notiz zitiert.

Jetzt auch Google! Ein halbes Jahr nach dem Facebook-Skandal räumt nun auch Google eine Datenpanne ein. Bis zu 438 Applikationen hatten laut Google Zugriff auf diese Informationen, rund 500.000 Profile seien insgesamt betroffen - allerdings gebe es "keine Beweise", dass jemand von diesem Fehler gewusst habe oder dass Daten entwendet wurden. Google selbst sagt, das Datenleck im Rahmen der "Project Strobe" genannten Bemühungen gefunden zu haben, bei denen man untersucht hat, welchen Zugriff Drittentwickler durch Apps auf das Google-Konto und die Android-Gerätedaten haben.

Die Untersuchung habe bestätigt, was Google schon länger wusste, schreibt Smith: Trotz der vielen Arbeit, die Google in die Entwicklung des sozialen Netzwerks gesteckt hat, sei es von Nutzern und den Entwicklern nicht wirklich angenommen worden: "Google+ wird kaum genutzt: 90 Prozent der Nutzer-Sessions dauern weniger als fünf Sekunden".

Die Abschaltung von Google+ soll im August 2019 abgeschlossen sein. Damit gesteht Google auch offiziell die bereits klare Niederlage im Wettbewerb der Sozialen Netzwerke mit Facebook ein.

Größere Auswirkungen für Verbraucher dürften entsprechend die Änderungen beim Mobil-Betriebssystem Android haben, das auf Geräten von hunderten Millionen Menschen läuft. Die Nutzer werden präziser bestimmen können, welche Daten sie mit einer App teilen wollen, wie Google ankündigte.

Außerdem werde auch der Zugriff von App-Entwicklern auf die E-Mails in Googles GMail-Dienst stärker eingeschränkt. Grundsätzlich würden weniger Apps Zugriff auf Anruflisten und SMS-Daten bekommen. Das hatte für Kritik gesorgt.

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