Polizei aus Hambacher Forst abgezogen

Einstellen Kommentar Drucken

Die nordrhein-westfälischen Grünen treffen sich am Sonntag (12.00 Uhr) zu einem kleinen Parteitag am Hambacher Forst bei Köln. Nach dem gerichtlich verhängten Rodungsstopp haben sämtliche Polizisten den Wald verlassen. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl hingegen deutlich niedriger.

Ein von der Polizei ausgesprochenes Verbot der Kundgebung war am Freitag vom Verwaltungsgericht Aachen aufgehoben worden.

Etwa 100 Aktivisten drangen in der Nähe vom Hambacher Forst den Braunkohle-Tagebau vor.

Der Energiekonzern RWE will einen großen Teil des noch bestehenden Waldes abholzen, um dort Braunkohle abzubauen. Angeblich ist ansonsten die Stromversorgung in Deutschland nicht mehr gewährleistet.

Die Gerichtsentscheidung vom Freitag sei "Rückenwind für die Arbeit in der Kohlekommission", sagte Greenpeace-Chef Kaiser, der selbst Mitglied der Kohlekommission ist. "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten einen friedlichen und bürgerlichen Protest gesehen, der immer, immer größer wurde". Die NRW-Landesregierung habe den Konflikt "eigentlich noch geschürt, anstatt ihn zu moderieren und eine tragfähige Lösung zu finden", sagte Kaiser der Deutschen Presse-Agentur. Sie fuhren mit ihren Traktoren laut hupend und unter Beifall von Demonstranten an dem Protest-Gelände vorbei. Landeschefin Mona Neubaur bezeichnete die Demo vom Vortag als ein "unübersehbares Signal für entschlossene Klimaschutzpolitik". "Insofern passt es besser denn je, dass wir da morgen vor Ort debattieren". "Man muss jetzt den Übergang gestalten", sagte Neubaur.

Mit einer Großdemonstration hatten am Samstag tausende Umweltschützer am Hambacher Forst gegen den Kohleabbau demonstriert und den vorläufigen Rodungsstopp gefeiert. Bis dahin dürfe RWE keine vollendeten Tatsachen schaffen.

Eine endgültige Entscheidung über das Rodungsverbot falle möglicherweise nicht vor Ende des Jahres 2020. Der BUND hatte argumentiert, dass der Wald mit seinem Bechsteinfledermaus-Vorkommen die Qualitäten eines europäischen FFH-Schutzgebietes habe und deshalb geschützt werden müsse.

Comments