Erdogan: Türkei braucht keine McKinsey-Beratung - dpa

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Eine Zusammenarbeit mit der Unternehmungsberatung McKinsey?

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht Unternehmern, die die starken Schwankungen der Landeswährung für Preiserhöhungen ausnutzen, mit Strafe. Medienberichten zufolge hatte sich Erdogans Schwiegersohn und Finanzminister Berat Albayrak dafür ausgesprochen.

"Ich habe zu allen meinen Ministerfreunden gesagt: 'Du wirst von ihnen keine intellektuelle Beratung erhalten". Das ist nicht nötig.

"Wir werden unser Volk nicht der Gnade von Opportunisten ausliefern", sagte er heute in Ankara vor Mitgliedern seiner regierenden islamisch-konservativen Partei AKP. "Solange ich lebe, wird niemand in der Lage sein, die Türkei unter das Joch internationaler Institutionen zu stellen", sagte Erdogan weiter. Auch die Oppositionspartei CHP hatte das Vorhaben zuvor kritisiert.

Die im Ausland hoch verschuldete Türkei steckt seit geraumer Zeit in schwerwiegenden Finanz- und Währungsproblemen. Die heimische Lira hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Das geht auch auf einen politischen Streit mit den USA wegen der Inhaftierung eines christlichen Pastors und amerikanischer Sanktionen zurück. Die hohe Inflation gilt neben dem hohen Leistungsbilanzdefizit als Hauptauslöser für die Lirakrise. Die Verbraucherpreise stiegen laut Statistikamt im September um 24,52 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Konkrete Maßnahmen nannte er zunächst nicht.

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