Audi soll auch in Neckarsulm manipuliert haben

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Die Staatsanwaltschaft, die in der Diesel-Abgas-Affäre auch gegen den langjährigen Audi-Chef Rupert Stadler ermittelt, wollte sich mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht zu Details äußern. Die Staatsanwaltschaft München II ermittle nun wegen Betrugsverdachts gegen drei Audi-Beschäftigte - unter ihnen soll allerdings kein derzeitiges oder früheres Mitglied des Audi-Vorstands sein.

Der deutsche Autohersteller Audi hat jahrelang Fahrgestellnummern und Testprotokolle gefälscht, um die Behörden in Südkorea zu täuschen. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung über die Betrugsvorwürfe und die Ermittlungen berichtet. Audi erklärte, konzerneigene Prüfer seien den Verfehlungen in dem ostasiatischen Land auf die Spur gekommen und hätten dazu einen internen Revisionsbericht angefertigt. Spezielle, dort geforderte Vorschriften habe der Autobauer nicht einhalten können.

Gefunden wurden demnach Prüfprotokolle der Audi-Revision, also der internen Kontrollabteilung, die die Verstöße aufgelistet und detailliert beschrieben hätten - datiert auf den 14. Juli 2016.

Die Dokumente, die zu den neuen Manipulationsvorwürfen führten, waren laut "Süddeutscher Zeitung" im März 2017 bei einer Razzia in der Ingolstädter Audi-Zentrale in die Hände der Strafverfolger gefallen. Von sich aus hatte die VW-Tochter die Ermittler nicht eingeschaltet. Auf dem Verteiler des Berichts stand demnach an erster Stelle der ehemalige Vorstandschef Rupert Stadler, gefolgt von weiteren Managern.

Die Ergebnisse der Prüfberichte besagten, Mitarbeiter der Audi-Werke in Ingolstadt und Neckarsulm hätten seit 2013 Messergebnissse des Schadstoffausstoßes und Kraftstoffverbrauchs gezielt manipuliert. Erst seit diesem Frühjahr ist Audi wieder in Südkorea aktiv - "in kleineren Stückzahlen", wie der Sprecher sagte. Den Unterlagen zufolge seien Fahrgestellnummern gefälscht worden, um zu verhindern, dass die Behörden in Südkorea den Abgasmanipulationen auf die Spur kommen. Das betraf Messergebnisse des Schadstoffausstoßes und des Kraftstoffverbrauchs.

Um diesen Betrug zu vertuschen, soll Audi außerdem in 18 Fällen Fahrgestellnummern gefälscht haben. Auch Testdaten und Kilometerzahlen der betreffenden Autos seien manipuliert worden. Anderthalb Jahre lang habe Audi wegen der Manipulationen in Südkorea keine Autos verkaufen dürfen, ein koreanischer Mitarbeiter sei verhaftet worden.

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