Schredder im Rahmen zerstört millionenteures Bild: Wie Banksy die Selbstzerstörung plante

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Er sagte, Banksys Streich sei ein "Wendepunkt in der Geschichte der zeitgenössischen Kunst und Konzept-Kunst". Für den britischen Künstler, dessen Identität nach wie vor nicht einwandfrei geklärt ist, legen Kunstsammler inzwischen beträchtliche Summen auf den Tisch.

Vor fünf Jahren hatte Banksy mit einer anderen Aktion für Aufsehen gesorgt, mit der er wohl ebenfalls ein Statement zum inflationär teuren Kunstmarkt abgeben wollte: An einem unscheinbaren Straßenstand vor dem New Yorker Central Park verkaufte er einige seiner Werke zum Preis von jeweils 60 Dollar an Passanten.

Banksy ist bekannt für seine provokativen und manchmal politisch aufgeladenen Graffiti. Am Samstag bekannte sich Banksy zu dem Streich.

"Girl and Balloon", ein Gemälde Banksys, wurde jedenfalls am Freitag während einer Sotheby's-Auktion in London zerstört. Branzcik dagegen spricht davon, dass das "Schreddern jetzt ein integraler Bestandteil des Kunstwerks ist".

Diskussion in Berlin: Sollen Graffitis aus dem öffentlichen Raum verschwinden? Man sei noch in Gesprächen, ob er die 1,4 Millionen Dollar wirklich bezahlen müsse. Das wertvolle und gerade für eine Million Pfund versteigerte Bild wird langsam in Längsstreifen geschnitten, die sich aus dem Rahmen heraus nach unten schieben.

Der angebliche Schredder wurde laut Banksy in den unteren Teil des Rahmen eingebaut - ein ungewöhnlich großer und dicker Rahmen für ein vergleichsweise kleines Bild.

"Es scheint als seien wir gerade gebanksyed worden", kommentierte Alex Branczik, Direktor des Auktionshauses gegenüber "The Art Newspaper".

Wie das Auktionshaus Sotheby's nun weiter mit der Situation umgeht, war am Sonntag noch unklar.

Nach Einschätzung des Sotheby's-Experten könnte das Werk durch die Schredder-Performance sogar noch an Wert gewonnen haben: "Wir versuchen gerade herauszufinden, was dies im Zusammenhang mit Auktionen bedeutet", sagte er.

Wie wurde Banksy überhaupt berühmt? Banksy teilte ein Foto der Szene auf Instagram und versah es mit dem Kommentar "going, going, gone" - "zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten". Gleichzeitig kann "gone" aber auch "weg" heißen.

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