Kassel lässt documenta-Kunstwerk Obelisk abbauen

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Um das 16 Meter hohe Kunstwerk der internationalen Kunstausstellung documenta 14 vom vergangenen Jahr hatte es zuletzt Streit gegeben. Mangels einer Einigung über den Standort schuf die Stadt Fakten im Morgengrauen. Ob der nigerianisch-amerikanische Künstler Oguibe jetzt einem neuen Standort des Obelisken in Kassel zustimme oder das Kunstwerk in die USA transportieren ließe, sei im Moment schwer einzuschätzen. Währedn der AfD-Stadtverordnete Thomas Materner den Obelisken im Kulturausschuss als "ideologisierende und entstellende Kunst" bezeichnete, hat das Kuratorium des Magistrats der Stadt Kassel Oguibe dafür den Arnold-Bode-Preis verliehen. Doch der Standort war monatelang ein Streitpunkt: Der Künstler wollte, dass er in der Innenstadt bleibt.

Nach dem Abbau am Mittwoch erklärte der Künstler nach Angaben seines Galeristen Alexander Koch, er habe noch nicht alle Hoffnungen in Bezug auf sein Kunstwerk aufgegeben.

Viele BürgerInnen Kassels waren der Meinung, dass der Obelisk mit seinem universellen Statement "der Barmherzigkeit und Gastfreundschaft gegenüber Fremden" (Oguibe) dauerhaft in der Stadt verbleiben sollte. Dann wurde die Trepenstraße unweit des Königsplatzes als alternativer Ort genannt, weil die Stadt plane, dort noch weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum zu platzieren.

Dass das Kunstwerk am frühen Morgen des Feiertags entfernt wurde, begründete die Stadt damit, dass die Arbeiten an einem verkaufsfreien und verkehrsruhigen Tag zu weniger Beeinträchtigungen führten und so die größtmögliche Sicherheit gewährleistet gewesen sei. Auf einen Brief von Oberbürgermeister Christian Geselle an den Künstler gebe es weiter keine Antwort, hieß es weiter. Die Entscheidung, was nun damit geschehen solle, obliege dem Künstler, teilte die Stadt mit. "Die Stadt sei - unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung - weiterhin offen für Gespräche mit Olu Oguibe zur Zukunft des Obelisken, so der Stadtsprecher", so die Stadt weiter in der Aussendung.

Jede documenta hinterlässt im Kasseler Stadtbild Spuren. Die Stadt wollte ihn mit Spenden über 126 000 Euro ankaufen.

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