Nach Streiks: Ryanair schließt Basis in Bremen und verkleinert Standort Weeze

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Die Streikwelle sowie gestiegene Kerosinpreise fordern beim Billigflieger Ryanair ihren Tribut. Die Standorte sollen nach Unternehmensangaben vom 5. November an dauerhaft geschlossen werden. Das teilte die irische Airline am heutigen Montag mit. Neben Bremen werden auch aus dem niederländischen Eindhoven und vom Flughafen Düsseldorf Flieger abgezogen.

"Alle betroffenen Kunden wurden benachrichtigt". Gestrichen ist unter anderem die Verbindung nach Fuerteventura. Die Streiks hätten zudem das Vertrauen der Kunden untergraben, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary. Auch die Ticketpreise musste Ryanair stärker absenken.

"Die Schließung des Bremer Standorts ist der Versuch eines Vergeltungsschlages als Reaktion auf die Streiks der Beschäftigten, die für ihre berechtigten Forderungen kämpfen", teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Bereits in den vergangenen Wochen habe es massive Einschüchterungsversuche gegenüber Beschäftigten gegeben, kritisierte Verdi. Laut Ver.di arbeiten in Bremen rund 90 Mitarbeiter für Ryanair. Ein Großteil davon sind Crew-Mitglieder, einige sind aber auch als Techniker tätig. Der Standort Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen soll Anfang November schließen, teilte die irische Gesellschaft mit. Er kündigte aber an, dass im Fall der Fälle weitere Streiks möglich seien. "Es ist ein Skandal, dass Ryanair das Streikrecht nicht akzeptiert und so mit Füßen tritt".

Am Montag kappte die Fluggesellschaft ihre Prognose für das laufende Jahr und sorgte damit für kräftige Kursverluste. Ryanair-Aktien verloren am Vormittag bis zu 12 Prozent an Wert. Auch die Titel von Rivalen gerieten in den Abwärtsstrudel: Lufthansa Börsen-Chart zeigen waren mit einem Kursminus von 2,2 Prozent Schlusslicht im Dax. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Ryanair noch 1,45 Milliarden Euro Gewinn eingeflogen. Bislang war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden ausgegangen. Beschäftigte in sechs Ländern hatten sich an dem Ausstand beteiligt. Alleine Ende vergangener Woche waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. Ein Flughafensprecher rechnet damit, dass dort im Vergleich zu letztem Jahr 15 Prozent weniger Flüge angeboten werden. Die neue Ryanair-Tochter Laudamotion dürfte nach bisherigen Angaben in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro Verlust einfliegen. Diese Summe ist in der Gewinnprognose von Ryanair noch nicht enthalten. Bereits Ende vergangener Woche hatte der Ryanair-Konkurrent Easyjet seine Gewinnprognose eingeengt.

Steigende Kosten für Flugbenzin sind indes ein Problem, das die gesamte Branche betrifft.

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