Tsunami in Indonesien: Mehr als 1200 Tote

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Der Sprecher von Indonesiens Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho, sagte, es habe keine Sirene gegeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Kondolenztelegramm an den indonesischen Präsidenten Joko Widodo: "Die Nachricht von dem verheerenden Tsunami, der auf der Insel Sulawesi zahlreiche Opfer gefordert und große Zerstörungen hinterlassen hat, erschüttert mich zutiefst". "Nach unseren Informationen hat die Software einwandfrei funktioniert", sagte GFZ-Sprecher Josef Zens dem deutschen Tagesspiegel Die Vermutung sei also, dass "irgendetwas bei der menschlichen Übermittlung der Warnung vor Ort in Sulawesi nicht funktioniert hat", sagte Zens. "Wir machen das alles selbst". Anthonius Gunawan Agung war im Dienst im Kontrollturm, als die Erdstöße die Insel Sulawesi erschütterten. In der Nacht musste die Suche unterbrochen werden. Die nationale Katastrophenschutzbehörde bestätigte zunächst bloss vage, dass "mehrere Menschen" in den Trümmern ihrer Häuser umgekommen seien. "Wir haben Probleme, schweres Gerät einzusetzen, da viele Zufahrtstrassen zerstört wurden", erläuterte Rampangilei. Viele Opfer werden noch unter den Trümmern zerstörter Gebäude vermutet. Damit werden die Mitarbeiter von Caritas international und der lokalen Caritas in Indonesien die Betroffenen des Erdbebens und des darauffolgenden Tsunamis unterstützen.

Aus drei Haftanstalten von Sulawesi entkamen unterdessen rund 1200 Insassen. Die Häftlinge seien laut Justizministerium nach dem Beben in Panik aus den hoffnungslos überfüllten Anstalten ausgebrochen. Die meisten Häftlinge waren wegen Korruption und Drogendelikten verurteilt worden. Fünf wegen Terrors Verurteilte waren demnach nur wenige Tage vor der Katastrophe aus Donggala verlegt worden. Am Sonntag wurde begonnen, die Toten in Massengräbern beizusetzen. Die Flutwellen waren bis zu sechs Meter hoch. Allein hier starben mehr als 800 Menschen.

Die Tatsache, dass die Menschen noch immer an der Küste herumgeschlendert seien, als die Wellen bereits in Sichtweite gewesen seien, zeige, dass man aus früheren Katastrophen keine Lehren gezogen habe. "Das muss aus gesundheitlichen und religiösen Gründen so schnell wie möglich geschehen". Das Zentrum des Bebens war von dort nur 20 Kilometer entfernt. Indonesien ist ein mehrheitlich muslimisches Land; der Brauch schreibt vor, dass Beerdigungen schon kurz nach dem Tod stattfinden, in der Regel binnen eines Tages. Insbesondere in der Gemeinde Donggala weiter oben im Norden werden noch zahlreiche Opfer befürchtet. Am Nachmittag um 17.44 Uhr Ortszeit (11.44 Uhr MESZ) folgte dann ein noch heftigeres Beben, nach Messungen verschiedener Institute mit einer Stärke zwischen 7,4 und 7,7.

Indonesien - mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten - liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone.

Das System habe für Palu vor einem Tsunami zwischen einem halben und drei Metern Höhe gewarnt. Angeblich zögerten die Wissenschaftler, weil andere starke Erdbeben in der Vergangenheit keine Tsunamis ausgelöst hatten, die bis an die siamesischen Küsten reichten. "Die hatten alle Angst, dass noch eine Welle kommt". Damals kamen mehr als 230 000 Menschen ums Leben. "Wir brauchen Lebensmittel, uns bleibt keine andere Wahl", sagte ein Einwohner von Palu, während er seinen Korb mit Waren aus einem leer stehenden Geschäft füllte.

Jakarta - Bei der Tsunami-Katastrophe in Indonesien sind vermutlich mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit.

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