Studie: Immer mehr Zuwanderer bevorzugen CDU und CSU

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Menschen mit Migrationshintergrund haben heute weniger Sympathie für die SPD als noch vor einigen Jahren. In einer Umfrage sagten 43,2 Prozent der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die Unionsparteien gefielen ihnen am besten, teilte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) am Donnerstag mit.

Den Angaben zufolge hält nur noch jeder vierte Zuwanderer die SPD für die beste Partei. Diese hätten 2016 noch zu knapp 70 Prozent die SPD als liebste Partei genannt.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Von den SPD-Abgeordneten haben immerhin 9,8 Prozent ausländische Wurzeln. Bei den Grünen liegt der Anteil bei 14,9 Prozent. Dafür waren zwischen Juli 2017 und Januar 2018 knapp 9.300 Menschen befragt worden, davon rund 6500 mit Migrationshintergrund. Deutlich zu erkennen sind aber die Unterschiede zwischen den Zuwanderergruppen. In der neuen Erhebung hat sich dieser Wert nahezu halbiert auf 37 Prozent.

"Dieses Ergebnis ist definitiv auf unsere Bundeskanzlerin zurückzuführen", sagte die CDU-Politikerin Cemile Giousouf. Die gestiegenen Zustimmungswerte für die AfD sind der Studie zufolge vor allem auf einen deutlichen Anstieg bei den befragten (Spät-) Aussiedlern von 4,7 Prozent auf zwölf Prozent zurückzuführen. Giousouf war 2013 als erste muslimische CDU-Abgeordnete in den Bundestag eingezogen.

Den Grünen könnte bei den aus der Türkei stammenden Zuwanderern vielleicht die deutliche Kritik ihrer Spitzenpolitiker am Kurs des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan geschadet haben.

Sehr viel Kritik an der türkischen Regierung war zwar zuletzt auch von der Linkspartei zu hören gewesen. Bei den Menschen, die Wurzeln in der Türkei haben, kam die Linke aber immerhin auf 11,8 Prozent Zustimmung - wobei darunter viele Kurden sein dürfen, für deren Belange sich die Partei besonders einsetzt. Damit bildeten die insgesamt 19 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland für die politischen Parteien ein wichtiges "Potenzial nicht nur an Wählerinnen und Wählern, sondern auch an Mitgliedern und Funktionsträgerinnen und -trägern". Die Studie verwendet die Definition des Statistischen Bundesamtes, nach der eine Person einen Migrationshintergrund hat, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Bei der Bundestagswahl 2017 lag der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund bei 10,2 Prozent. Die Untersuchung stützt sich auf eine Auswertung der Befragungen für das "Integrationsbarometer 2018". Vier Jahre später waren es bereits 10,2 Prozent - Tendenz steigend.

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