Auch Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland streiken - Wirtschaft

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Die Check-in-Schalter der irischen Low-Cost-Airline Ryanair am Flughafen Hahn sind verwaist.

Zuvor wolle die Gewerkschaft mit ihren Mitgliedern darüber beraten. Knapp 200 Flüge wurden vorab gestrichen. Betroffen sind alle Verbindungen, die in dieser Zeit aus Deutschland abfliegen sollen.

Grund: Flugbegleiter in Spanien, Italien (dort auch die Piloten), Portugal, Belgien, den Niederlanden und Deutschland haben angekündigt zu streiken. Flüge aus Österreich sind von diesem Streik nicht betroffen. Die VC hatte am späten Mittwochabend erneut zu einem 24-stündigen Streik bei Ryanair aufgerufen. Diese Zahl erhöhe sich noch einmal um 35 bis 45 Streichungen, weil kurzfristig die deutsche Pilotengewerkschaft ihre Teilnahme an dem Streik bekanntgegeben hatte. Das wären nur rund 10 Prozent des für Deutschland geplanten Programms. Betroffene Kunden würden drei Tage im Voraus informiert.

Ist der Ryanair-Flug Teil einer Pauschalreise, ist nicht die Airline der Ansprechpartner, sondern der Reiseveranstalter. Wie viele Flüge in Deutschland tatsächlich ausfallen, blieb zunächst unklar. Die Ryanair-Tochter Laudamotion musste aber acht Verbindungen aus und nach Deutschland streichen, weil diese Flüge von Ryanair im Auftrag von Laudamotion durchgeführt werden.

Ryanair riskiere mit der Absage nur weniger Flüge ein Luftverkehrs-Chaos, warnte die belgische Gewerkschaft CNE in Brüssel. Am Flughafen Charleroi drohe angesichts von bis zu 20.000 erwarteten Passagieren Unruhe. Unabhängig von der Streikentscheidung plant Verdi für Freitag Kundgebungen an den größten deutschen Ryanair-Basen in Frankfurt und Berlin-Schönefeld.

Mindestens eine Kabinengewerkschaft und eine Pilotenvereinigung unterstützen aber den geplanten Streik. Sie fordern höhere Löhne und die Anwendung des jeweiligen nationalen Arbeitsrechts, nicht nur des irischen.

Verdi beklagte ein unzureichendes Angebot nach vier Verhandlungsrunden und warf dem Unternehmen Einschüchterungsversuche vor.

Bei Ryanair tobt seit rund einem Jahr ein erbitterter Arbeitskampf.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Wettbewerbsbeschwerde bei der Europäischen Union eingelegt, weil sie hinter den europaweiten Absprachen das Personal verschiedener Konkurrenz-Airlines vermutet. "It is deeply disappointing that some of our customers and our people in Germany tomorrow will have their flights disrupted by an unnecessary strike called at short notice by the Lufthansa controlled VC Union", sagte Ryanair-Manager Peter Bellew am Donnerstag. Noch am Dienstag habe man in den Verhandlungen große Fortschritte gemacht und etwa akzeptiert, einen deutschen Staatsbürger als Schlichter zu berufen.

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