Richterkandidat Kavanaugh gibt sich aggressiv und verletzlich

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Kurz vor Beginn der Mittagspause ist es soweit.

Christine Blasey Ford war in der Anhörung emotional, aber meist gefasst, zurückhaltend, höflich und hilfsbereit. Kurz vor der Entscheidung des US-Senats über die Personalie waren Fords Vorwürfe gegen Kavanaugh an die Öffentlichkeit gekommen.

Der Supreme-Court-Kandidat von US-Präsident Donald Trump, Brett Kavanaugh, hat bei seiner Anhörung vor dem Justizausschuss des Senats um seinen guten Ruf gekämpft.

Trump sagte am Mittwoch mit Blick auf die Anhörung: "Ich glaube, das wird ein sehr, sehr wichtiger Tag in der Geschichte unseres Landes". Graham nickt zustimmend, und Ford verliert den Kampf gegen die Tränen. Er werde sich die Anhörung von Kavanaugh und Christine Blasey Ford vor dem Justizausschuss des US-Senats anhören, erklärte er vor Journalisten in New York. Da die Republikaner nur Männer im Ausschuss sitzen haben, lassen sie ihre Fragen über eine Staatsanwältin stellen, auch das ist bislang ohne Vorbild. Diese Begegnung bleibt ihm nun möglicherweise erspart. Die Republikaner wissen, das käme nicht gut an, immerhin wird die Sitzung live im Fernsehen übertragen. Die zehn demokratischen Senatorinnen und Senatoren betonen nacheinander, wie viel Respekt sie vor ihrem Schritt haben, dass sie ihr glauben und sie sich wünschten, das FBI würde die Anschuldigungen gegen Kavanaugh untersuchen. Fragen haben sie eigentlich nur wenige. Sie halte es für ihre "staatsbürgerliche Pflicht", über den sexuellen Angriff zu berichten. Auf Nachfrage bestätigte sie, dass sie sich hundertprozentig sicher sei, dass es Kavanaugh gewesen sei, der sie attackierte. So äußern sich später auch viele republikanische Senatoren. Bei allen Unterschieden zwischen den Anhörungen der beiden hatten diese eines gemeinsam: Sowohl Blasey Ford als auch Kavanaugh wirkten authentisch und glaubwürdig. Sie habe gefürchtet, dass er sie dabei versehentlich ersticken könnte. Der Vorfall habe sich in ihr Gedächtnis "eingebrannt" und sie als Erwachsene immer wieder heimgesucht.

Es sei vor allem das Lachen von Kavanaugh und seines Freundes Mark Judge, das sie bis heute verfolge, sagte Blasey Ford: "Zwei Freunde, die Spaß zusammen hatten, auf meine Kosten".

"Opfer sexuellen Missbrauchs sollten in der Lage sein, selbst zu entscheiden, wann und ob ihre privaten Erfahrungen öffentlich gemacht werden. Ich habe große Angst". Ford bestreitet, dass ihre Anschuldigung politisch motiviert sein könnte. Er warf den Demokraten vor, eine Kampagne gegen Kavanaugh zu inszenieren. Sie spreche als unabhängige Person und werde von niemandem instrumentalisiert. Sie sei sich zu "100 Prozent" sicher, beteuerte Ford. Der US-Präsident hatte Kavanaugh am Mittwochabend (Ortszeit) zwar nochmals verteidigt. Und das tut er mit aller Macht - und viel Emotion. Er räumte aber ein, dass diese Erfahrungen seine Haltung gegenüber derartigen Vorwürfen beeinflusst hätten. Wie bereits in einem Fernsehinterview in dieser Woche, bei dem ihn seine Frau begleitete, fordert er dazu auf, diejenigen zu befragen, die ihn seit seiner Kindheit kennen würden.

Die lebenslange Berufung des erzkonservativen Juristen an den Supreme Court schien bis zum Aufkommen der Vorwürfe sicher. Fords Vorwürfe stoßen im #MeToo-Zeitalter dagegen offenbar auf offene Ohren. "Ich bezweifle nicht, dass Dr". Sie wird vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Umbruchs, der unter dem Schlagwort #Metoo zu einer neuen Bewertung von sexueller Belästigung führt, ebenso verhandelt wie vor einem eiskalten politischen Machtkampf. Als er davon erzählt, wie ihm sein zehnjähriger Sohn gebeten habe, für "diese Frau" zu beten, fließen die Tränen. Sie gibt an, Kavanaugh habe sie bei einer Studentenparty Anfang der 80er Jahre sexuell belästigt.

Eine Frau aus Washington, Julie Swetnick, liess am Mittwoch über ihren Anwalt eine Erklärung veröffentlichen, in der sie Kavanaugh vorwirft, er habe in den 80er Jahren bei diversen Partys in angetrunkenem Zustand junge Frauen sexuell belästigt. Sie beschuldigte ihn aber nicht, an der Vergewaltigung beteiligt gewesen zu sein.

Die neuen Vorwürfe gegen den Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh wiegen schwer. Die Republikaner haben in dieser Kongresskammer aber nur eine Stimme Mehrheit. Eine Freundin ihrer Tochter sei damals in einer Beziehung mit Kavanaugh gewesen. Ford hatte ihre Anschuldigungen gegen den Richterkandidaten von US-Präsident Donald Trump zuvor in ihrer Befragung vor dem Justizausschuss bekräftigt und ihn unter Druck gesetzt.

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