International - Gewerkschaften kündigen nächsten Streik bei Ryanair an

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Die Gewerkschaft forderte Ryanair auf, derartige Einschüchterungsversuche einzustellen.

Die Flugbegleiter der Fluggesellschaft Ryanair in Belgien, Italien, Spanien, Portugal und den Niederlanden seien aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen, teilte die belgische Gewerkschaft CNE/LBC am Donnerstag in Brüssel mit.

Passagiere der Ryanair müssen sich demnach nach dem Streik der deutschen Piloten und Flugbegleiter auf weitere Arbeitskämpfe bei Europas größtem Billigflieger einrichten.

Die Beschäftigten würden künftig einmal monatlich streiken, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Das Unternehmen widersprach am Donnerstag aber gewerkschaftlichen Ankündigungen eines dann eintretenden "Reisechaos". In allen fünf Ländern wollen die Flugbegleiter streiken und in Italien zusätzlich die Piloten. Flüge von und nach Deutschland mit Crews aus dem Ausland wurden ohnehin nicht bestreikt. Während des Streiks habe Ryanair an mehrere Stationen Führungskräfte geschickt, die Streikende fotografierten und überwachten.

Piloten und Kabinenbeschäftigte in Deutschland hatten am Mittwoch einen Tag lang gemeinsam mit Piloten gestreikt, um den Druck in den bisher zäh verlaufenden Tarifverhandlungen bei Ryanair zu erhöhen. "Die herablassende Reaktion und die Drohungen des Top-Managements gegenüber den Mitarbeitern in Deutschland ist bezeichnend für Unkultur in der Unternehmensführung", so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit. Die belgische Flugbegleitergewerkschaft erwartet hingegen, dass Ende September 80 Prozent der Verbindungen vom Flughafen Charleroi und alle am Brüsseler Flughafen Zaventem ausfallen. Die bisherigen Erfahrungen in diesem Sommer hätten gezeigt, dass die große Mehrheit des Personals auch bei Arbeitskämpfen zum Dienst erscheine. Auch in den anderen Ländern werde Ryanairs Flugbetrieb weitgehend lahmgelegt. Die Gewerkschaftsvertreter erklärten, die Streiks könnten allerdings noch vermieden werden, wenn die Aktionäre des Billigfliegers auf der Hauptversammlung am 20. September mit Änderungen der Arbeitsverträge einverstanden seien.

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