EZB verringert Anleihekäufe ab Oktober auf 15 Mrd Euro monatlich

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Der Anti-Krisen-Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) neigt sich langsam dem Ende zu.

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat beschlossen, dass das Monatsvolumen der Anleihekäufe ab Oktober auf 15 (derzeit: 30) Milliarden Euro reduziert wird.

In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft im Euroraum um 2,0 Prozent wachsen, im kommenden Jahr um 1,8 Prozent, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag nach der Zinsentscheidung der Notenbank in Frankfurt.

Eine Wende hin zu höheren Zinsen wollen die Währungshüter frühestens im Herbst 2019 einläuten. Der EZB-Rat erwartet wie zuvor, dass die Leitzinsen mindestens über den Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, auf jeden Fall aber so lange wie erforderlich, dass sich die Inflation nachhaltig dem Zielbereich von knapp 2 Prozent annähert.

Experten gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit Zinsanhebungen in der Schweiz auf die EZB wartet.

Draghi fügte hinzu, dass Technologien wie "Distributed Ledgers" eine substantielle Weiterentwicklung erfordern und dass er kein "konkretes Bedürfnis" sehe, einen digitalen Euro auszugeben.

Volkswirte rechnen damit, dass die EZB dann zunächst die Strafzinsen für Kreditinstitute verringern wird. Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Mittelfristig strebt die EZB Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Denn dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben, was die Konjunktur abwürgen könnte.

Seit dem Frühjahr wird dieses Inflationsziel wieder erreicht, nachdem es jahrelang verfehlt worden war.

Zuletzt hatte vor allem eine Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China immer wieder die Sorge vor einem Abflauen der Weltwirtschaft geschürt.

Ungewiss bleibt, ob EZB-Präsident Mario Draghi zum Ende seiner achtjährigen Amtszeit im Herbst 2019 noch die erste Zinserhöhung in Kraft setzen wird oder das seinem Nachfolger überlässt.

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