D: Erste Baumhäuser in Hambacher Forst geräumt

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Derweil gingen beim Verwaltungsgericht in Köln bereits mehrere Eilanträge gegen die Räumung des Waldes ein.

Zuvor hatte sie über den Räumungsbeschluss informiert. In dem Waldgebiet räumt die Polizei derzeit Baumhäuser von Umweltschützern. "Anschließend werden die Baumhäuser unbrauchbar gemacht", sagte der Sprecher.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Neben zahlreichen Einsatzkräften waren auch Wasserwerfer und schweres Räumgerät im Einsatz.

Wie die Aachener Polizei berichtet, wurde der Einsatz gegen 7.40 Uhr am zweiten Tag der Räumungen wiederaufgenommen.

Auch am Freitag standen sich Polizei und Umweltschützer im Hambacher Forst gegenüber.

Zuvor wurde eine erste Sitzblockade von Demonstranten aufgelöst.

Bei dem Einsatz kam es zwischen Polizei und Aktivisten am Donnerstag zu Auseinandersetzungen. Gegenwehr leisteten sie nicht. Zuvor hatte die Polizei aus Holzstämmen aufgebaute Barrikaden beiseite geräumt.

Die Bewohner kündigten weiteren gewaltlosen Widerstand etwa durch Festketten an. "Für viele ist das ihr Zuhause". Der Wald ist seit rund sechs Jahren besetzt.

Als Grund für die am Donnerstag begonnene Räumung führten die Behörden nicht den geplanten Kohleabbau, sondern den fehlenden Brandschutz in den Baumhäusern an.

Zudem lehnt das Oberverwaltungsgericht in Münster einen Stopp der Räumung von Baumhäusern im Hambacher Forst ab.

In den sozialen Netzwerken riefen die Baumbesetzer dazu auf, den Protest im Hambacher Forst zu verstärken und in den Wald zu kommen. Umweltaktivisten werfen der Landesregierung vor, sie mache sich zum Erfüllungsgehilfen des Energieriesen RWE. "Wir möchten unsere Forderung klarmachen, dass der Hambacher Forst bestehen bleibt, wir brauchen einen Ausstieg aus der Braunkohle, wir möchten die Dörfer erhalten und die Zukunft der Menschen schützen".

Polizisten eines Höheninterventionsteams bereiten sich im Hambacher Forst auf ihren Einsatz vor. Einsätze seien nur noch unter Körperschutz und mit massiven Kräften verantwortlich.

Rauch steigt aus einem Baumhaus der Umweltaktivisten auf. Außerdem müssten Rettungswege für Feuerwehr und Krankenwagen verfügbar sein. Dazu gebe es keine Alternative. Umsetzen müssen das nun die Bauämter der Stadt Kerpen und des Kreises Düren, auf deren Gebiet der Hambacher Wald liegt. Auch Grüne und Linke verurteilten die Räumung als Machtdemonstration und Provokation. "Der Tagebau Hambach ist genehmigt und bisher in allen Instanzen bei gerichtlichen Überprüfungen bestätigt worden", sagte Kommissionsmitglied Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem "Handelsblatt"(Freitag). Statt jahrhundertealte Bäume zu fällen, muss für alle Beteiligten gelten: "Reden statt Roden". "Wir werden deshalb ab diesem Wochenende mit Aktionen massenhaften zivilen Ungehorsams die Räumungen und Rodungen von Polizei und RWE verhindern". Der Hambacher Forst erfährt seit einigen Wochen wieder vermehrt mediale Aufmerksamkeit, er ist längst zu einem Symbol geworden für die Frage: Konsequenter Klimaschutz oder Weiternutzung der Braunkohle? Damit anfangen darf RWE, das den Wald besitzt, frühestens im Oktober. Der Wald hat nach Angaben des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12.000 Jahre lange Geschichte.

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