Außenhandel: USA und EU führen in Brüssel Handelsgespräche

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Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer kommt am Vormittag mit EU-Außenhandelskommissarin Cecilia Malmström in Brüssel zusammen (10.00 Uhr).

"Trump und Juncker haben eine Vereinbarung getroffen, aber in Wirklichkeit haben wir uns nicht vollständig auf die Tragweite der Diskussionen geeinigt", sagte ein EU-Vertreter vor dem Treffen in Brüssel.

Das Versprechen der EU, mehr Sojabohnen aus den USA zu importieren, war der "Dealmaker" zwischen Jean-Claude Juncker und Donald Trump: Der Handelsstreit scheint vorerst gestoppt. Es sei noch viel Arbeit im Herbst nötig. Die beiden wollen sich Ende des Monats erneut treffen. Doch bezeichnete er das Gespräch mit Malmström als "konstruktiv". Parallel dazu steigt aber das US-Handelsdefizit mit beiden Seiten. Juncker war im Sommer nach Washington gereist, um nach höheren US-Zöllen auf Stahl und Aluminium ähnliche Strafabgaben auf Autos aus der EU abzuwenden. Zudem sollen Handelsbarrieren bei Industriegütern und Flüssiggas abgebaut werden. Die Details sind allerdings noch offen.

Trump wollte die Verhandlungen über Handelsliberalisierung ursprünglich auch auf den Agrarbereich ausdehnen. Nach seit Juni geltenden Strafzöllen auf Stahl und Aluminium drohte er den Europäern auch mit Aufschlägen auf Auto-Einfuhren in die USA. Es sei die erste Möglichkeit gewesen, die im Juli von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vereinbarten Punkte und deren Umsetzung zu diskutieren.

Jüngst war die Stimmung aber wieder schlechter geworden.

Trump wirft der EU bei einer ganzen Reihe von Produkten eine unfaire Handelspolitik vor. Gewohnt präzise und scharfsichtig urteilte er in einem Interview: "Die EU ist fast so schlimm wie China, nur kleiner". Beide Seiten kündigten weitere Treffen an.

Lighthizer kündigte seinerseits auch ein Treffen mit Malmström im November an, "um Ergebnisse in einer Reihe von Bereichen endgültig festzulegen". Der US-Vertreter äußerte die Hoffnung, dass insbesondere bei technischen Handelshemmnissen wie Produktstandards eine "baldige Ernte" möglich sei. Doch unterliegen noch immer rund 85 Prozent der europäischen Ausfuhren in die Mercosur-Staaten dem Zoll, worauf der Deutsche Industrie-und Handelskammertag hinweist. Im Juli übertrafen die gesamten Importe die Exporte um gut 50 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Washington in der vergangenen Woche bekanntgab.

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