US-Regierung besprach Pläne zum Umsturz in Venezuela

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Washington. Die USA sollen gemeinsam mit Militärs aus Venezuela laut über einen Umsturz nachgedacht haben. Das Weiße Haus dementierte zunächst nicht eindeutig.

Die im Laufe des vergangenen Jahres geführten Gespräche hätten zu keinem Ergebnis geführt, berichtete die "New York Times" am Samstag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und einen früheren venezolanischen Militärkommandeur, der an dem geheimen Austausch teilgenommen habe.

Die venezolanische Regierung kritisierte die US-Regierung scharf.

Wir verurteilen vor der Welt die Interventionspläne der Vereinigten Staaten und die Hilfe für Konspirateure im Militär gegen Venezuela.
Der Artikel der "New York Times" habe klare, neue Belege für Putschplanungen geliefert. Auch Boliviens Präsident Evo Morales verurteilte die Pläne. Demnach wurde lediglich die Notwendigkeit eines Dialogs "mit allen Venezolanern, die ein Verlangen nach Demokratie zeigen", betont. Dies mit dem Ziel, "einem Land, das so sehr unter Maduro gelitten hat, positive Änderungen zu bringen". Das Land kämpft dennoch mit gravierenden Problemen, etwa bei der Infrastruktur oder bei der Gesundheitsversorgung.

Die US-Regierung hat laut einem Zeitungsbericht in Geheimgesprächen mit venezolanischen Militärs einen Sturz der linksgerichteten Regierung in dem südamerikanischen Land erörtert, aber schließlich verworfen. Eine dauerhafte Lösung zur Beendigung der Krise im Land sei nur möglich "durch demokratische Verfahren, Rechtsstaatlichkeit und den Respekt grundlegender Menschenrechte und Freiheiten".

Die USA haben eine lange Geschichte der Einmischungen in innere Angelegenheiten lateinamerikanischer Länder. Diese Art der Lateinamerika-Politik galt jedoch seit Ende des Kalten Krieges als weitgehend überwunden.

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