Studie: Wer länger Urlaub macht, lebt länger

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Daher sollte man sich immer wieder mal eine Auszeit gönnen und auf seinen Urlaubsanspruch zurückgreifen.

Ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport sind gut für die Gesundheit, das ist bekannt.

"Glauben Sie nicht, dass man die Belastungen durch zu viel Arbeit durch einen gesunden Lebensstil ausgleichen kann, ohne Urlaub zu machen", sagte Studienleiter Professor Timo Strandberg von der Universität Helsinki (Finnland). Mit längeren Urlauben lasse sich das Leben verlängern, hat eine medizinische Studie herausgefunden. In München kommen von 25. bis 29. August 31.000 Teilnehmer aus 150 Ländern zusammen - der Kongress der Europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) ist einer der weltweit größten Medizinkongresse. Vielmehr seien Ferien eine gute Methode, um Stress abzubauen.

Laut einer Mitteilung, die im Fachmagazin "EurekAlert!" veröffentlicht wurde, umfasste die Studie 1.222 männliche Führungskräfte mittleren Alters, die zwischen 1919 und 1934 geboren und 1974 und 1975 in die Helsinki Businessmen Studies aufgenommen wurden. Die Teilnehmer hätten zumindest einen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgewiesen. Als Gesundheitsrisiko ist vor allem Stress von Bedeutung.

Eine Hälfte der Probanden bekam klare Anweisungen: Sie sollten Sport treiben, gesund essen, auf ihr Gewicht achten und das Rauchen aufgeben.

Trotzdem stellten die Forscher fest, dass es bei der 15-Jahres-Nachuntersuchung im Jahr 1989 in der Interventionsgruppe deutlich mehr Todesfälle als in der Kontrollgruppe gab. Bei Bedarf hätten sie Medikamente gegen Risikofaktoren erhalten.

Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen lag nach fünf Jahren in der Interventionsgruppe um 46 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe.

Wie das sein konnte, wurde nun auf dem Münchner Kongress erläutert.

Laut den Wissenschaftlern wurde der Untersuchungszeitraum auf 40 Jahre (bis 2014) erweitert.

Hierbei fanden sie heraus, dass vor allem die Urlaubstage der Probanden ausschlaggebend waren.

Fazit: In der Interventionsgruppe zeigte sich, dass kürzere Urlaube mit einer höheren Sterblichkeit verknüpft waren. In der Interventionsgruppe hatten Männer, die drei Wochen oder weniger Jahresurlaub nahmen, eine um 37 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, in den Jahren 1974 bis 2004 zu sterben als diejenigen, die mehr als drei Wochen am Stück Ferien machten.

Die Urlaubszeit hatte keinen Einfluss auf das Todesrisiko in der Kontrollgruppe.

Nach den Worten von Strandberg zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit kürzeren Urlauben länger arbeiteten und weniger schliefen als jene mit längeren Ferienzeiten. "Womöglich hat sogar die Intervention selbst negative psychologische Auswirkungen auf diese Männer gehabt, da sie ihr Leben zusätzlich belastet hat".

Wie er betont, war Stressbewältigung in den 1970er und 1980er Jahren noch kein selbstverständlicher Bestandteil der Präventivmedizin - anders als heute: Gerade für Menschen mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen ist die Vermeidung von Stress ein wichtiger und anerkannter Faktor in Sachen Vorbeugung. Daraus ließe sich aber nicht folgern, dasss Gesundheitserziehung schädlich sei.

Aus Sicht des Kardiologen sollte Stressreduktion daher auch "ein wesentlicher Bestandteil von Programmen sein, die auf eine Verringerung der Risiken für kardiovaskuläre Krankheiten abzielen".

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