Dürre:Millionen-Nothilfe für Bauern

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Landwirte mit starken Einbußen sollen wegen der wochenlangen Dürre Nothilfen vom Staat bekommen.

Angesichts von Ernteschäden "nationalen Ausmaßes" will der Bund 150 bis 170 Millionen Euro zu den Länderhilfen dazugeben. Die andere Hälfte des Gesamtbetrags sollen die Länder tragen. Das sei jeder 25. landwirtschaftliche Betrieb.

Generelle Schwelle für Hilfen ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Zudem sollten die Hilfen schnell und unbürokratisch umgesetzt werden.

Es seien Schäden von 680 Millionen Euro gemeldet worden. Es sei wichtig gewesen, zunächst Zahlen, Daten und Fakten zu den Ernteschäden auszuwerten. Zusätzlich zum Geld vom Bund sollen die Länder nochmals denselben Betrag an Unterstützung zur Verfügung stellen. Am Montag sei ein Treffen vom Bund und Ländern vorgesehen.

Es handle sich bei den Hilfen um Steuergelder, sagte Klöckner. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) mahnte einen Umbau zu einer klimaschonenden Landwirtschaft an, um Bauern nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern vor zukünftigen Schäden zu bewahren.

14 Bundesländer haben nach Angaben Klöckners Interesse an dem gemeinsamen Hilfsprogramm von Bund und Ländern angemeldet. Nur das Saarland und Rheinland-Pfalz wollten das geplante Programm bisher nicht in Anspruch nehmen, sagte die CDU-Politikerin. Zuletzt hatte sich der Bund 2003 wegen einer Dürre an Hilfen beteiligt, für die zuerst die Länder zuständig sind. Damals zahlte er acht betroffenen Ländern insgesamt 80 Millionen Euro aus.

Wegen der anhaltenden Hitze in diesem Jahr begann fast überall in Deutschland die Ernte deutlich früher als sonst.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat vor einer Entscheidung über mögliche Dürrehilfen davor gewarnt, den Bauern "pauschal einfach nur mal wieder Geld herüberzureichen".

Bereits Ende Juli hatte Bauernpräsident Joachim Rukwied finanzielle Unterstützung für die Landwirte gefordert, und zwar in Höhe von einer Milliarde Euro. Nun müssten die Bundesländer ihre Verantwortung und ihren Anteil übernehmen. Der Verband hatte Hilfen von bis zu einer Milliarden Euro ins Gespräch gebracht. Bundesweit ergibt sich demnach eine Getreidemenge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hohe Einbußen gebe es auch bei Kartoffeln, Zuckerrüben und Grundfutter für die Tiere. Viele Getreidebauern in Nord- und Ostdeutschland beziffern ihre Ernteausfälle auf 50 Prozent.

Die Getreide-Bauern in Bayern beispielsweise müssen mit Einbußen von rund elf Prozent rechnen, wie das Statistische Landesamt in Fürth heute mitteilte. Daher sei es dringend geboten, dass Bund und Länder ein Hilfsprogramm mit Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe rasch auf den Weg bringen. Höhere Erzeugerpreise für Getreide an den internationalen Märkten seien dringend erforderlich.

Akute Probleme haben viele Viehhalter: Bei ihnen droht das Futter knapp zu werden. Wegen der Dürre ist einmal gemähtes Gras nun vielfach nicht für den üblichen zweiten und dritten Schnitt nachgewachsen.

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