BVB: Lucien Favre bremst Meisterschaftstraum von Borussia Dortmund

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Ein wenig wirkte es so, als würde er sich und den anderen Dortmunder Verantwortlichen in Gedanken ein bisschen auf die Schulter klopfen für diesen Transfer, den sie da eingefädelt hatten. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich mit einer Erklärung des Jubels schon vor einigen Jahren von politischen Interpretationen seiner Geste distanziert.

Tatsächlich bekommen hat Favre Axel Witsel, der für 20 Millionen Euro von Tianjin Quanjian kam. Im Urlaub habe ich viele Fans getroffen, und sie alle haben mir gesagt: "Jetzt jagt der BVB wieder Bayern, jetzt wird es wieder spannend." .

Gerne würde Favre auch noch einen Stürmer in seinem Kader sehen.

"Der Wechsel mit Axel war natürlich hilfreich für uns, weil er noch mal genau die Struktur und Ruhe reingebracht hat, um auch eine gewisse Absicherung zu haben, clever zu sein und nicht noch mal in einen Konter zu laufen", lobte der ehemalige Sechser Kehl den designierten Chef in der Dortmunder Schaltzentrale.

Sebastian Ernst hatte den Außenseiter, bei dem der Kärntner Lukas Gugganig durchspielte, in der 77. Minute sogar in Führung gebracht.

Die schwarzgelbe Nummer 28 aber bewahrte die Ruhe - und zeigte auf Anhieb in einer Extremsituation, was sie sich in Dortmund von ihm versprechen.

ANZEIGE: Jetzt das neue BVB-Trikot von Axel Witsel kaufen - hier geht es zum Shop. Dieses fehlende Teil könnte in Zukunft Witsel sein, der in der defensive Zentrale Regie führte, ganz nach dem Geschmack von Favre: "Er hat der Mannschaft viel gebracht". Beim BVB fehlten dagegen die klaren Aktionen, ehe Reus doch noch zuschlug. "So einen haben wir echt gebraucht". "Mir ist lieber, wenn man die Dinger reinmacht, ob man bullig ist oder nicht", sagte er zur mangelhalften Chancenverwertung.

In Paderborn war Rückkehrer Uwe Hünemeier mit zwei Toren (34. und 44.) der Matchwinner. Mahmoud Dahoud zeigte gute Ansätze, verzettelte sich aber auch immer wieder. "Die Jungs haben alles investiert, hatten Dortmund am Rande der Niederlage", sagte Buric-Vertreter Oliver Barth: "Die Mannschaft hat auch für unseren Trainer gekämpft und gearbeitet". Dortmund spielte von da ab bis zur Pause schneller und präziser: Burchert reagierte jedoch prächtig gegen Reus nach Flanke von Pulisic (23.), zudem bei einem Freistoß des Dortmunder Kapitäns (31.). "Aber das hat heute auch geholfen".

Dass Reus nach exakt 120 Minuten noch einen drauflegte und dem haushohen Favoriten das Elfmeterschießen ersparte, war die schwarzgelbe Kirsche auf dem Sahnekuchen eines höchst unterhaltsamen Fußballabends.

"Es war in beiden Situationen ein bisschen Glück, aber das brauchen wir auch", gestand Reus: "Wir nehmen es mit - und jetzt beginnt die Saison so richtig".

Beinahe hätte sie mit einem ernüchternden Pokal-Aus bei einem Zweitligisten angefangen. "Der BVB hat einen Neustart ausgerufen".

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