Schuldzuweisungen und immer mehr Tote nach Brückeneinsturz

Einstellen Kommentar Drucken

Mehrere Menschen werden noch vermisst.

Die Zahl der Opfer des Unglücks steigt immer noch an.

Mehr als 200 Feuerwehrleute sind im Einsatz, mindestens 30 Menschen sind ums Leben gekommen.

Gibt es Hoffnung auf weitere Überlebende? Erst wenn ein gesicherter Zugang zur Unfallstelle möglich sei, könne Näheres über die Ursachen des Einsturzes gesagt werden, so das Unternehmen. Andere Angaben sprechen inzwischen von 42 Toten. Wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr berichtete, starben mindestens 35 Menschen. Sie überquert unter anderem Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet im Westen von Genua. Sie steuerten damit auf den größten Tagesverlust seit zwei Jahren zu. Sie ist der Beginn der A10 von Genua nach Ventimiglia, die entlang der italienischen Riviera durch Ligurien bis zur französischen Grenze verläuft. An der Stabilität der Morandi-Brücke hatten Experten schon länger Zweifel geäußert.

"Die Trümmer krachten 20 Meter vor meinem Auto herunter", berichtete Augenzeuge Davide Ricci, der gerade mit seinem Auto am Flussufer entlang unter der Brücke hindurchfahren wollte. Wie es zu dem Einsturz kommen konnte, war indes weiter unklar.

Was haben die Bauarbeiten am Fundament der Fahrbahn mit dem Unglück zu tun?

Der Ministerpräsident will auch den Autobahnbetreiber Autostrade für den Einsturz in die Pflicht nehmen. Auf der Brücke habe ein Baukran gestanden. Man habe die Brücke auf vierteljährlicher Basis entsprechend den gesetzlichen Vorgaben kontrolliert, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Vize-Regierungschef Luigi Di Maio sagte, der Staat werde alles unternehmen, um den Familien der Opfer zu helfen. Es gibt zwar Videos, jedoch schießen dabei die Blitze nach dem Zusammenbruch in die Brücke. "Dieser dient aber nur zum Schutz des Stahls und hat ein Ablaufdatum", meinte Martinello.

Eigentlich waren Brücken wie diese auf etwa ein Jahrhundert angelegt, schrieb "ingegneri.info" - die Morandi-Brücke sei aber bereits in den Jahren nach der Fertigstellung baufällig gewesen.

Vieles deutet darauf hin, dass die Brücke abgerissen und eine neue errichtet werden soll. Die EU taugt also kaum als Sündenbock - auch wenn Innenminister Matteo Salvini die Sparvorgaben aus Brüssel mitverantwortlich für die Katastrophe von Genua macht.

Müssen die Betreiber der Brücke mit Konsequenzen rechnen?

Gegen den Betreiber Autostrade per l'Italia seien Schritte eingeleitet worden, um die Lizenz für die Straße zu entziehen und eine Strafe von bis zu 150 Millionen Euro zu verhängen, erklärte Verkehrsminister Danilo Toninelli auf Facebook. Zuallererst müsse aber das Management zurücktreten. In einem Radiointerview sagte er, der Ponte Morandi sei "andauernd unter Instandhaltung" gewesen, aufgrund "ernsthafter Korrosions-Probleme".

Innenminister Matteo Salvini twitterte aus der Nationalen Operationszentrale der Feuerwehr.

Könnte es auch in Deutschland zu solch einem Unglück kommen?

Über das Projekt ist nach dem Einsturz der Morandi-Brücke erneut ein politischer Streit entflammt. Nach aktuellen Zahlen des Bundesverkehrsministeriums befinden sich 12,2 Prozent der Brücken in einem "nicht ausreichenden beziehungsweise ungenügenden Bauwerkszustand" - das heißt, gut jede achte Brücke ist marode. Gut jede achte Brücke befindet sich indes in einem sehr guten oder guten Zustand, der Großteil liegt im Mittelfeld.

Comments