Salz: Schädlich oder nicht?

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Eine aktuelle Untersuchung hält dagegen und differenziert.

Ein zu hoher Salzkonsum wird mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht, entsprechend streng sind viele der Ernährungsempfehlungen für den täglichen Salzkonsum.

Weiteres Ergebnis: Auch zu niedrige Natrium-Werte erwiesen sich als ungesund, nicht nur zu viel sondern auch zu wenig Salz erhöhte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die im Fachmagazin 'The Lancet' erschienenen Ergebnisse legen nahe, dass ein erhöhter Salzkonsum weniger schädlich für die Gesundheit ist als bislang angenommen wurde. Auch für den Knochenbau und die Verdauung ist Salz essenziell. Zu wenig Salz ist also auch nicht gut. Das überschreitet mehrere Empfehlungen deutlich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, nicht mehr als sechs Gramm Salz zu sich zu nehmen. Dort führe die großzügige Verwendung von Sojasoße zu Natriumgehalten über fünf Gramm, beziehungsweise Salzmengen von über 12 Gramm. Anlass zur Sorge gebe das nicht: Problematisch werde es erst, wenn der Konsum 12,5 Gramm Salz beziehungsweise 5 Gramm Natrium am Tag überschreite. Wie in den meisten Fällen liegt die richtige Menge in der Mitte.

Für ihre Studie nutzten die Mediziner länderübergreifende Daten des PURE-Projekts (Prospective Urban Rural Epidemiology). Acht Jahre lang beobachteten die Wissenschaftler fast 100.000 Probanden aus insgesamt 18 verschiedenen Ländern. Im Morgenurin der Probanden wurde die Natriumaufnahme bestimmt. In diesem Zeitraum starben 3695 von ihnen, 3543 erlitten schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte.

Den Verdacht, dass Salz den Blutdruckbzw. das Risiko eines Schlaganfalls erhöht, können die Forscher nicht ganz bestätigen - jedoch auch nicht abschließend widerlegen. In anderen Ländern, wie den USA oder Großbritannien oder Deutschland, sei dies nicht zu empfehlen. In keiner der untersuchten Gemeinden hatten die Studienteilnehmer einen durchschnittlichen Salzkonsum von unter 3 Gramm Natrium pro Tag. Konkret fanden die Forscher heraus, dass Bluthochdruck und Schlaganfälle in Folge eines zu hohen Natriumkonsums hauptsächlich in Ländern des asiatischen Raums aufreten.

Überraschend war die Beobachtung zwischen Salzkonsum und Herzinfarkt sowie zwischen Salzkonsum und der Sterberate: Je mehr Salz, desto geringer das Risiko.

Dazu passe, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen in Hongkong bei 87,3 Jahren liegt - obwohl sie durchschnittlich acht bis neun Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen, betont Kardiologe Franz Messerli von der Universität Bern in einem Kommentar zu der Studie. "Unser Körper braucht Natrium, die Frage ist nur: Wie viel?", so Mente in einer mit der Studie veröffentlichten Mitteilung.

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