Mitten in der Währungskrise erhält die Türkei Unterstützung von Katar - Ausland

Einstellen Kommentar Drucken

Konkret sprach Erdogan davon, dass man nicht auf US-Elektronikerzeugnisse angewiesen sei.

Die US-Regierung zeigte sich unbeeindruckt von der Aufforderung des türkischen Staatspräsidenten Erdogan, elektronische Produkte aus den USA zu boykottieren.

Die Folgen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs der Türkei wären weit über das Land hinaus spürbar.

Türkische Ermittler werfen Brunson Verbindungen zu dem in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen vor, der nach Darstellung der Regierung in Ankara hinter dem Putschversuch vor zwei Jahren steckt.

Angeheizt wurden die Spannungen zuletzt aber vor allem durch den Fall des evangelikalen Pfarrers Andrew Brunson, der seit Oktober 2016 in türkischer U-Haft sitzt. Da Pastor Brunson nicht ausreisen darf, hat Trump die Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verdoppelt. Ein weiterer Grund dafür ist jedoch auch die Sorge über den wachsenden Einfluss von Präsident Erdoğan auf die Wirtschaft und vor allem die türkische Zentralbank. Die nun angekündigten Zölle beschleunigten diese Talfahrt noch. So ist er anders als Ökonomen ein Gegner von Zinserhöhungen, um die massive Inflation im Land zu stoppen. Erdogan sieht Zinsen aber als ein "Instrument der Ausbeutung" und dringt auf ihre Senkung, um das Wachstum nicht zu gefährden, auf dem sein politischer Erfolg gründet. "Damit helfen wir den Menschen in der Türkei nicht nur ökonomisch, sondern auch wirtschaftlich". Geldhäuser nutzen diese Geschäfte beispielsweise, um sich gegenüber Wechselkursrisiken abzusichern. Die Türkei selbst habe mit Vestel ebenfalls einen Hersteller von Elektronikgeräten im eigenen Lande. Sie heizt damit die Auseinandersetzung, die die Landeswährung Lira schwer hatte einbrechen lassen, weiter an.

Als Garant der wirtschaftlichen Orthodoxie im Kabinett galt vor den Wahlen der frühere Investmentbanker Mehmet Simsek. Zweifel an den Fähigkeiten seines Finanzministers und Schwiegersohns Berat Albayrak?

Seit langem warnen Experten jedoch vor den Schwächen der türkischen Wirtschaft: Sie sei zu abhängig von ausländischen Investitionen, längst zögen Geldgeber ihr Kapital ab, der Konsum finde zu sehr auf Pump statt, zu viele Menschen seien zu hoch verschuldet.

Die Sanktionen von US-Präsident Trump gegen die Türkei bringen das Land an den Rand einer Krise.

Weltweit rauschen die Währungen von Schwellenländer in den Keller.

Die türkischen Bankenkontrolleure hatten die Swaps wegen des starken Verfalls der Lira bereits begrenzt. Der stellvertretende Präsident Fuat Oktay twitterte, die Türkei habe dem Prinzip der Gegenseitigkeit folgend nach den "bewussten Angriffen der US-Regierung Steuern auf einige Produkte aus den USA" erhoben. Am Montagabend sprach der türkische Botschafter in Washington bei Trumps Nationalem Sicherheitsberater John Bolton vor.

Comments