Siemens-Chef Joe Kaeser warnt vor wiederkehrendem Nationalsozialismus

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Bei heiklen politischen Fragen halten sich Manager in der Regel zurück. Das wäre auch für die Wirtschaft und sein Unternehmen verheerend, sagte Kaeser dem Bayerischen Rundfunk.

Joe Kaeser (r.) warnt vor Nationalismus und Rassismus in Deutschland. Nun hat sich Kaeser erneut zu Wort gemeldet und davor gewarnt, dass Nationalismus und Rassismus in Deutschland zur Normalität werden. Deutschland lebe vom Export und möglichst offenen Grenzen.

"Es haben damals beim Nationalsozialismus zu viele Menschen geschwiegen, bis es zu spät war". Die Konzerne seien global aufgestellt, mit Mitarbeitern und Kunden jeder Hautfarbe sowie Religion. Siemens-Chef Joe Kaeser (61) bildete in den vergangenen Monaten eine Ausnahme: Zuletzt lobte er Merkels EU-Flüchtlingsdeal, im Mai hatte er sich mit einem scharfen Tweet gegen die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel gewandt. "Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt".

Der "Bund Deutscher Mädel" (BDM) war im Nationalsozialismus eine Organisation für Mädchen.

Er bedauere seinen Tweet nicht, sagte Kaeser nun. Neben humanistischen Werten gehe es deshalb auch um handfeste geschäftliche Interessen.

Der Konzern erwirtschafte 92 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland. Die Politikerin hatte zuvor im Bundestag unter anderem von "Kopftuchmädchen" gesprochen. Darum sei er sensibel, wenn "wir mit nationalistisch-populistischen Äußerungen glauben, dass eben Deutschland - vielleicht sogar Bayern - der Nabel der Welt ist".

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