Neue Studie: Salz ist doch nicht ungesund

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Zu viel Salz kann den Blutdruck sowie das Magenkrebs-Risiko erhöhen.

Ein kanadisches Forscherteam hat in einer Vergleichsstudie zwischen 18 Ländern herausgefunden, dass ein erhöhter Salzkonsum nicht zwingend zu einem Hirnschlag oder Herzinfarkt führt.

Es zeigte sich, dass Salzkonsum, ausser wenn exzessiv, die Lebenserwartung erhöht - Salz also an sich nicht unbedingt gesundheitsschädlich scheint. Oder etwa doch nicht? Das liegt deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO, die den Salzkonsum auf fünf Gramm pro Kopf und Tag senken möchten. Laut Kanadier sei sogar eine Menge von bis zu 12 Gramm Kochsalz täglich gesundheitlich unbedenklich.

Franz Messerli, Medizinprofessor an der Universitätsklinik für Kardiologie am Berner Inselspital, sagt gegenüber dem "Tages-Anzeiger": "Man muss die Studie ganz sicher ernst nehmen".

Überraschend war auch die Beobachtung, dass bei höherem Salzkonsum das Risiko für einen Herzinfarkt sinkt.

Die Forscher folgern aus ihren Ergebnissen, dass Kochsalz-Restriktionsprogramme wohl nur für Regionen mit sehr hohem Salzkonsum sinnvoll sind. "Sollte man Patienten mit koronaren Herzerkrankungen nicht viel eher motivieren, den Salzkonsum zu erhöhen?" kommentiert er. Bereits vor zwei und vier Jahren publizierte das Forscherteam erste Studien zum Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Leiden und dem Salzkonsum. Bereits damals hatte sich angedeutet, dass Salz doch nicht so schädlich für die Gesundheit ist, wie zunächst vermutet.

Zu Beginn der Studie waren sämtliche Probanden gesund, und litten nicht an Herz-Kreislauf-Krankheiten. In diesem Zeitraum verstarben 3700 Personen. Denn Salz steht im Verdacht, den Blutdruck sowie das Risiko eines Schlaganfalls zu erhöhen. Bei zu niedrigem Salzkonsum stieg das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall geringfügig an. Als das Team um Mente und Yusuf jedoch nachschaute, ob ein hoher Salzkonsum auch einen Einfluss auf andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatte, lautete die Antwort: Nein.

In der Studie wurde zudem die Korrelation zwischen Kaliumaufnahme und Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität ermittelt. Kalium kommt hauptsächlich in Früchten, Nüssen und Gemüse vor.

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