Zweifel an Privatisierungsplan: Tesla-Aktie büßt kräftig ein

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Am Dienstag hatte die "Financial Times" unter Berufung auf Insider berichtet, dass der Staatsfonds sich in großem Stil mit Tesla-Aktien eingedeckt habe und inzwischen mit einem Anteil von drei bis fünf Prozent zu den Großaktionären der Firma zähle.

Die Kanzlei Kaplan Fox & Kilsheimer untersucht zugleich im Auftrag von Mandanten, ob Tesla mit dem Vorstoß von Elon Musk Verstöße gegen das Wertpapierrecht begangen hat.

Musk hatte am Dienstagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt, er erwäge, Tesla zum Kurs von 420 Dollar zu privatisieren. Der Tesla-Chef selbst solle sich für befangen erklären. "Finanzierung gesichert", hatte Tesla-Gründer Elon Musk vor kurzem bei Twitter bekannt gegeben und anschließend ein umfangreiches Statement dazu aus Tesla.com veröffentlicht.

Die Marktteilnehmer zweifeln vor allem an der Richtigkeit von Musks Behauptung, die Finanzierung des Deals, um den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen, wäre gesichert. Ohne Belege könnte es für Musk brenzlig werden. Dafür wären über 70 Milliarden Dollar nötig und bislang wurde nicht geklärt, woher das Geld kommen soll. Die Firma selbst schreibt hohe Verluste und hat laut Analysten eher Finanzbedarf als überschüssige Mittel auf der hohen Kante.

Damit haben Musk und Tesla nun zwei Probleme: Zum einen ist die Börsenaufsicht SEC auf den Plan gerufen worden, wie unter anderem das Wall Street Journal berichtet.

Elon Musk hat sich mit seiner Äußerung, dass er Tesla Motors wieder zu einem Privat-Unternehmen machen möchte, einigen Ärger eingehandelt. Solche Geschäfte sind für Anleger profitabel, wenn der Kurs einer Aktie fällt.

Einem Medienbericht zufolge will der Verwaltungsrat von Tesla die Idee des Firmenchefs allerdings rasch vorantreiben. Klagen könnten aber auch Aktionäre, die auf steigende Kurse setzten. Die Räte wollten sich in der kommenden Woche mit Beratern treffen, um Möglichkeiten auszuloten, wie man das Unternehmen von der Börse nehmen kann, berichtete der US-Finanzsender unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Zuletzt notierte die Aktie bei 352 Dollar - nach der anfänglichen Euphorie der Anleger stieg zuletzt die Skepsis gegenüber den Aussagen von Musk. US-Medien berichten indes, dass der Tesla-Verwaltungsrat Musks Idee zügig vorantreiben wolle. Demnach will das Führungsgremium Musk angeblich dazu raten, sich nach seinem Vorpreschen in der Sache für befangen zu erklären. Laut einer der Quellen, auf die CNBC sich stützt, soll Musk mit dem Staatsfonds Saudi-Arabiens über eine mögliche Finanzierung eines Deals zum Rückzug von der Börse gesprochen haben. Es sei aber bislang unklar, ob die Saudis irgendwelche Zusagen gemacht hätten.

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