Warum die schwache Lira für Erdogan ein Problem ist

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Und das trotz guter Wachstumsraten von 4,2 Prozent 2018 und prognostizierten 3,9 Prozent im Jahr 2019. Allein am Donnerstag verlor sie weitere zwei Prozent, ein Dollar kostete 5,44 Lira und damit soviel wie noch nie. Seit Jahresbeginn hat die türkische Währung rund ein Drittel an Wert eingebüßt.

Die Wirtschaft von Türken-Präsident Recep Tayyip Erdogan gerät in einen gefährlichen Abwärtsstrudel.

Immer mehr Investoren ziehen Geld ab und werfen türkische Anleihen und Aktien auf den Markt. Sie befürchten auch, dass der Währungsverfall die Banken des Landes in Bedrängnis bringen könnte. Äusserungen des türkischen Finanzministers Berat Albayrak konnten die Anleger nicht beruhigen. Im Juli 2018 ist die Inflationsrate in der Türkei auf schwindelerregende 16 Prozent angestiegen. "Wir schauen uns die Entwicklung genau an", sagte der Experte. Mit "BB" ist die Türkei bei Fitch im Mittelfeld der von "AAA" bis "D" reichenden Skala als spekulative Anlage geführt. Eine weitere Herabstufung ist nicht ausgeschlossen, der Fitch-Ausblick ist "negativ". Ein schlechteres Rating zieht üblicherweise steigende Kosten für den Schuldendienst nach sich.

Auch der andauernde Streit mit den USA über den in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson belastet die Stimmung. Die vom Außen-Staatssekretär Sedat Önal angeführte türkische Delegation äußerte sich nicht. Brunson lebt seit mehr als 20 Jahren in der Türkei.

Die USA und die Türkei haben inzwischen Sanktionen gegen Minister des jeweils anderen Landes verhängt.

Die Regierung in Washington stellte den teilweise zollfreien Zugang der Türkei zum US-Markt auf den Prüfstand.

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