Gemälde ruiniert: Restaurator muss 26.000 Euro Geldstrafe zahlen

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Ein letztes Mal - hofft er jedenfalls.

Weil er vier Ölgemälde mit seiner Arbeit zum Teil erheblich beschädigt hat, soll ein Restaurator einem Galeristen 26 000 Euro zahlen. Unter ihnen war auch ein Bild des bekannten Malers Carl Spitzweg (1808-1885).

Gemälde ruiniert? Der Galerist Andreas Baumgartl klagt gegen einen Restaurator. Er forderte Schadensersatz sowie Gutachterkosten und verlangte den Werklohn zurück.

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Dem Berufungsprozess in München geht ein Urteil des Landgerichts Traunstein vom Mai 2017 voran, das der beklagte Restaurator angefochten hatte. Der Beklagte jedoch sah keine Schuld bei sich und ging in Berufung. Baumgartl atmet auf. Sein Gegner ist nicht erschienen. Es soll vor der Restaurierung einen Zeitwert von 20.000 bis 25.000 Euro gehabt haben. Nachdem der Mann das Bild mit zu scharfen Lösungsmitteln gereinigt habe, sei der Verkaufswert auf 5.500 Euro gesunken - so der Vorwurf. Die Gemälde seien schon zuvor in einem schlechten Zustand gewesen, argumentierte er bei einem früheren Verhandlungstermin. Anfang Juli kam ein Kunsthistoriker als Zeuge zu Wort, der im Dezember 2010 - nach der Restaurierung des Gemäldes - ein Gutachten erstellt hatte. Ein Gutachten untermauerte die Vorwürfe: Die oberste Malschicht sei zu stark bereinigt worden, etliche Details seien dadurch verloren gegangen. Als Beleg verweist er auf die Notizen des Auktionshauses, in dem "Der Schreiber" versteigert wurde. "Man muss schauen, was sie überhaupt noch wert sind", sagt er.

Der OLG-Senat folgte nun weitgehend dem Traunsteiner Urteil: Der Restaurator soll dem Galeristen rund 26.000 Euro zahlen. Schließlich habe Carl Spitzweg als Vertreter der sogenannten Münchner Schule große Bedeutung für die Kunst. Der Restaurator kann aber eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof einlegen.

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