So reagiert Daimler auf die Özil-Attacke

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Bei der AfD etwa zeigt sich die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel besonders kritisch gegenüber Özil: "Mit seiner Abschiedstirade erweist sich Mesut Özil leider als typisches Beispiel für die gescheiterte Integration von viel zu vielen Einwanderern aus dem türkisch-muslimischen Kulturkreis".

Unverhohlen forderte er Grindel, den er als Ursache für diese aus seiner Sicht fremdenfeindlichen Tendenzen ausgemacht haben will, zum Rücktritt auf: "Leute mit rassistisch diskriminierendem Hintergrund sollten nicht länger im größten Fußballverband der Welt arbeiten dürfen, der viele Spieler aus Familien verschiedener Herkunft hat", schrieb Özil, bevor er mit seinem Klub zu einer Asien-Tournee nach Singapur flog. Er wird aber wegen seiner (nicht vorhandenen) Leistung AUF dem Platz und der (leider vorhandenen) Leistung NEBEN dem Platz kritisiert. Voller Wut und Enttäuschung wehrte sich der Fußball-Weltmeister am Sonntag in einer mehrteiligen Erklärung gegen seine Rolle als WM-Sündenbock in der seit Mai schwelenden Affäre um die Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. "Wo sind Höflichkeit, Toleranz, Pluralismus geblieben.?!"

Özil behauptete, er habe das Foto mit dem türkischen Staatschef unabhängig von der politischen Lage in der Türkei gemacht. Nun bezeichnet er Özils Leistungen seit diesem Turnier als "Dreck". Die Bundeskanzlerin schätze Özil als einen "tollen Fußballspieler", der viel für die Nationalmannschaft geleistet habe, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Wurzeln, müssen sich Nationalspieler Kritik gefallen lassen, wenn sie sich für Wahlkampfzwecke hergeben.

"Wir gehören zusammen und wir akzeptieren Rassismus never ever".

Jerome Boateng blickt gern auf die Zeit mit Özil beim DFB-Team zurück und erinnert an die erfolgreiche Zeit in der Nationalelf. Zwar sei das gemeinsame Foto mit Erdogan ein Fehler gewesen, erklärte Widmann-Mauz. "Schade, dass es nicht weiter geht".

Sonstige ReaktionenPaulo Coelho, Schriftsteller und Bestselllerautor (Der Alchimist): "Egal was sie sagen, Du warst, bist und wirst immer ein Gewinner sein, Özil".

Mesut Özil kritisiert auch den DFB für sein Verhalten und bemängelt die fehlende Unterstützung. Und von der geradezu aberwitzigen Naivität im Erklärungsversuch Özils, er habe in dem Foto keine politische Dimension erkennen können. "Wenn dieser Eindruck entsteht, muss man gegensteuern". Deutschland sei ein weltoffenes Land, Menschen mit Migrationshintergrund seien herzlich willkommen und für die Integration spiele der Sport eine wichtige Rolle. Im Gespräch mit Erdogan sei es um Fußball gegangen, nicht um Politik.

DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte vor zwei Wochen im "Kicker" wiederholt, dass Fans der Nationalmannschaft zu Recht Antworten erwarten würden und welche von Özil bekommen sollten.

Sogar der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir musste nach der Wahl zugeben: "Die feiernden deutsch-türkischen Erdogan-Anhänger jubeln nicht nur ihrem Alleinherrscher zu, sondern drücken damit zugleich ihre Ablehnung unserer liberalen Demokratie aus". Er schreibt: "In den Augen von Grindel und seinen Unterstützern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, aber ein Migrant, wenn wir verlieren". Mindestens so desaströs ist das agieren der DFB-Spitze.

Außerdem Teil der Stellungnahme: Ein Bekenntnis zur integrativen Kraft des Fußballs: "Vielfalt ist eine Stärke, nicht nur im Fußball", steht dort ebenso wie: "Deswegen hat unsere Integrationsarbeit auf allen Ebenen eine zentrale Bedeutung". Der DFB brauche einen Neubeginn.

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