DFB weist Rassismus-Vorwürfe von Özil entschieden zurück

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Nach dem Rückzug von Mesut Özil hat sich der Deutsche Fußballbund (DFB) gegen den Vorwurf des Rassismus gewehrt. "Es ist in keiner Weise hinnehmbar, wenn der DFB und seine Spitze pauschal in Zusammenhang mit Rassismus gerückt werden", wird der 71 Jahre alte Liga-Präsident in einer Mitteilung der DFL vom Montag zitiert.

"In den Augen von Grindel und seinen Helfern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, aber ein Immigrant, wenn wir verlieren", so ein Satz hallt nach. Dann mutmaßt der als Nationalspieler Zurückgetretene, dass es vielleicht daran liegen könnte, dass er Moslem sei. Er begründete dies auch mit Rassismus innerhalb des DFB.

Für Ankara ist der miese Umgang des DFB und einiger deutscher Medien mit Mesut Özil eine Steilvorlage, nicht nur weil der Auslöser der ganzen Affäre ein Foto mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan war.

Natürlich hätte Özil sich im Nachhinein entschuldigen müssen, mindestens erklären.

Von der AfD ist zu hören, Özil verdanke Deutschland seine Karriere. Der Sport erbringe eine große Integrationsleistung in Deutschland. Mittlerweile hat er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gegeben.

Hoeneß verstehe auch nicht, warum Özil erst nun sportlich hinterfragt wurde. Aber es wird nicht die einzige Frage bleiben. Und es macht bumm-bumm in der Muttersprache seiner dritten Wahlheimat.

Um 20.04 Uhr setzte Mesut Özil den Schlusspunkt hinter eine noch nie da gewesene Abrechnung im deutschen Fußball.

Özils endet im dritten Teil seiner Twitter-Trilogie mit dem Satz: "I was born and educated in Germany, so why don't people accept, that I am German?" Auch bei den Spielen mit dem FC Bayern München gegen Arsenal in der Champions League hätten die Verantwortlichen immer Özil als Schwachstelle ausgemacht und über ihn spielen lassen - mit Erfolg. Von der Kreisklasse bis in die Nationalmannschaften gehören Spielerinnen und Spieler mit Migrationshintergrund zum DFB. Özil versteckt sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto. Mehrere Topfußballer, darunter eben Mesut Özil, werben für BigShoe. Nach der massiven Attacke Özils, die der Profi am Sonntag über die sozialen Netzwerke inszenierte, dürfte aber auch der CDU-Politiker um sein Amt fürchten müssen. Sich nicht mit Erdogan zu treffen, wäre respektlos gewesen, heißt es weiter in seinem Tweet. "Wir unterstützen die ehrenhafte Haltung unseres Bruders Mesut Özil von Herzen", erklärte Sportminister Mehmet Kasapoglu. Aber welchen deutschen Fan interessiert das? "Ich glaube alle Beteiligten in der Causa sollten einmal in sich gehen".

Nun sind diese beiden prominenten Damen sicher nicht durch ihre Qualitäten am Ball bekannt, sie sind politische Akteure.

Berlin. Mesut Özil tritt aus der Nationalmannschaft zurück. "Deswegen ist er mit seiner Erklärung zur Legende geworden". Auch die Äußerungen von Özil gestern haben das nicht korrigiert, sondern nur noch schlimmer gemacht. "Deshalb ist für mich völlig klar, dass sich Mesut, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt, auch in seinem eigenen Interesse öffentlich äußern sollte".

Özil lobt Adidas und zwei weitere Sponsoren, die ihm gegenüber "extremely loyal" geblieben wären. Der habe Özil "regelrecht zu dieser Entscheidung gezwungen".

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