Das sagen Stuttgarter zu Mesut Özils Rücktritt

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Rücktrittsforderungen an den DFB-Chef ließen danach nicht lange auf sich warten, aus dem Fußball wie aus der Politik. Er schrieb auf Facebook ebenfalls über sein Bedauern, nennt aber zugleich einen Gedanken, der in dieser Form in der DFB-Erklärung nicht auftaucht - Zitat: "Ich bin persönlich auch dafür, dass in Deutschland geborene Bürger mit Migrationshintergrund zwei Staatsbürgerschaften (...) haben können". Mit beispiellosen Rassismus-Vorwürfen gegen Verbandschef Reinhard Grindel und andere DFB-Funktionäre hatte sich Özil zuvor aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurückgezogen. Mit der Welt? Wem gegenüber glaubt Özil, einen Erklärungsbedarf zu haben? Özil habe mit seinem Ausstieg ein "wunderschönes Tor gegen das Virus des Faschismus" geschossen, lobte Justizminister Abdulhamit Gül den Mittelfeldspieler des FC Arsenal am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Problematische, aus Sicht des Betroffenen Unheimliche, sind dabei nicht nur die lautstarken Angreifer, sondern vor allem die schweigsamen Verteidiger. Am Ende der Abrechnungs-Trilogie stand sein Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft.

Mesut Özil: Sein Foto mit dem Despoten Erdogan mitten im türkischen Wahlkampf war ein großer Fehler.

Auch Überall kritisiert, dass Özil sich erst spät gerührt habe.

Was soll so ein Zirkus, werden sich viele fragen.

Mesut Özil bekam für seine Entscheidung nicht nur Unterstützung.

Noch bevor der DFB sich in der Causa Özil am Nachmittag zu Wort meldete, war die Bühne im deutschen Fußball schon frei für Attacken und Schuldzuweisungen.

Aber nicht jeder reagiert mit Unverständnis auf Özils Abrechnung.

"Ich verstehe, dass es vielleicht schwer nachzuvollziehen ist, da in einigen Kulturen ein politischer Führer nicht getrennt von der Person betrachtet werden kann. Unabhängig davon, wie die Wahl ausgegangen ist, hätte ich das Bild so oder so gemacht", argumentiert Özil. Grund ist der Streit um das gemeinsame Foto des Fußballers mit dem türkischen Präsidenten Erdogan, das bereits vor der WM in Russland zu heftigen Diskussionen führte. Nun haben DFB und DFL seine Vorwürfe zurückgewiesen. Grindel unterstellte er "Inkompetenz". Diese Unterstellungen gilt es, mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen.

Özils Medienarbeit regelte lange Roland Eitel, ein ehemaliger Journalist, der auch Jürgen Klinsmann oder Joachim Löw beriet.

Auch in Anlehnung an den NSU Prozess schrieb ein anderer Habertürk-Kollege, es sei der "rassistische Kopf" der in Deutschland noch immer im Hintergrund agiere, der Mesut Özil zu seiner Rücktrittsentscheidung praktisch gezwungen habe.

Nun sind diese beiden prominenten Damen sicher nicht durch ihre Qualitäten am Ball bekannt, sie sind politische Akteure. Sportminister Mehmet Kasapoglu schrieb etwa: "Wir unterstützen die ehrenhafte Haltung unseres Bruders Mesut Özil von Herzen". Was soll das sein, wenn nicht Größenwahn? "Deswegen ist er mit seiner Erklärung zur Legende geworden".

"Ich weiß, dass er mich aus dem Team haben wollte". Seine Mutter habe ihn gelehrt, immer respektvoll zu sein und nie zu vergessen, woher er komme.

Stattdessen schießt Özil in vielen Punkten weit über das Ziel hinaus. Der habe Özil "regelrecht zu dieser Entscheidung gezwungen".

But what a nonsense created by a turkish-german-english Weltbürgerfußballer is that?

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