Das sind die Gegenmaßnahmen für mögliche US-Autozölle — EU

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Der Branchenverband Alliance of Automobile Manufacturers, in dem US-Schwergewichte wie General Motors und Ford, aber auch Branchengrößen wie Volkswagen oder Toyota organisiert sind, warnte, dass die Zölle jedes importierte Auto um mehrere tausend Dollar verteuern würden. Auch der deutsche Branchenverband VDA schickte seinen Präsidenten in die US-Hauptstadt, um ein Statement abzugeben.

Verhängen die USA im Handelsstreit mit der EU hohe Sonderzölle auf Autos? "Wir würden es schätzen, wenn Sie und ihre Partner in Brüssel auf diesem Pfad vorangehen".

Mattes strich außerdem die hohe Bedeutung der deutschen Unternehmen für die US-Wirtschaft heraus. "Unsere Mitglieder - Hersteller sowie Zulieferer - betreiben mehr als 300 Werke in den USA", sagte er bei der Anhörung. Die deutschen Autokonzerne produzierten über 800.000 Wagen "Made in the USA" pro Jahr und schafften mehr als 100.000 US-Jobs alleine in der Produktion. "In der Gesamtbetrachtung sind deutsche Firmen der viertgrößte ausländische Arbeitgeber in den USA". Sie warnte, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten werde schon an einer Liste mit US-Produkten gearbeitet, auf die Gegenzölle verhängt werden könnten. Im Detail geht es um die Frage, ob die Zölle - wie von Trump ins Auge gefasst - aus Gründen der nationalen Sicherheit der USA erhoben werden können. Die EU-Kommission bereitet einen Gegenschlag vor.

Auch die EU hat Trump erneut vor der Verhängung von Strafzöllen auf europäische Autos gewarnt. "Sie haben die Vereinigten Staaten wirklich ausgenutzt, aber nicht mehr lange".

Bislang spielen die USA noch auf Zeit. Ob es zu Zöllen auf Autos kommt, war laut Handelsminister Wilbur Ross noch unklar.

Als Reaktion auf US-Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus der EU werden in der Europäischen Union seit heute Aufschläge in Höhe von 25 Prozent auf einige amerikanische Produkte erhoben. Aber die Vertreter der Autobranche appellierten an die Regierung, die Pläne zu überdenken. Dafür gebe es keine Belege, sagten Vertreter der Autoindustrie bei der Anhörung. Zum einen schwäche die EU die Welthandelsorganisation WTO und die Allianz gegen Trumps Handelspolitik.

Mit neuem Angebot im Gepäck nach Washington? Ziel ihrer Reise mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am 25. Juli nach Washington sei es, gute Beziehungen aufzubauen und die Lage zu deeskalieren. Nach Angaben aus EU-Kreisen wollen sie dem US-Präsidenten unter anderem Verhandlungen über ein Abkommen zur Liberalisierung des grenzüberschreitenden Autohandels vorschlagen. Diplomaten der EU sowie Kanadas und Mexikos kritisierten die USA teils scharf.

Bislang erheben die USA auf eingeführte Autos tatsächlich deutlich niedrigere Abgaben als die EU - zumindest im Pkw-Segment. Hier verlangen die Europäer rund 10 Prozent, während es in den USA lediglich 2,5 Prozent sind.

In den USA wächst nach einem Bericht des "Wall Street Journal" der Widerstand gegen die von Präsident Donald Trump avisierten Sonderzölle auf Autoimporte.

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