Handelsstreit - Trump bereit zu Zöllen auf alle Einfuhren aus China

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Weltweit schürt der Konflikt massive Sorge vor einem Konjunktureinbruch. In einem am Freitag veröffentlichten TV-Interview drohte er damit, Zölle auf quasi alle chinesischen Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar zu erheben - 2017 importierte die USA Waren im Wert von 505 Milliarden Euro aus China.

US-Präsident Donald Trump hat den großen Handelspartnern der USA Manipulationen ihrer Währungskurse mit dem Ziel handelspolitischer Vorteile vorgeworfen. Die US-Regierung hatte zuletzt Zölle auf chinesische Importwaren im Wert von 34 Milliarden Dollar erhoben und für den Fall von Gegenmassnahmen weitere Strafzölle angedroht. Trump begründet seine auch im eigenen Land umstrittene Strafzollpolitik mit dem enormen US-Handelsdefizit gegenüber China, das er als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung betrachtet: "Ich möchte ihnen keine Angst einjagen, ich möchte, dass es ihnen gut geht, ich mag wirklich Präsident Xi, aber das (der Handel) war sehr unfair". Der Republikaner hatte China bereits im Juni mit Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 400 Milliarden Dollar gedroht.

Nach Trumps Worten sagten ihm chinesische Offizielle, dass sich niemand aus früheren US-Regierungen über das Handelsdefizit beschwert habe, bis er gekommen sei. "Uns gefällt nicht, was du machst".

Der Handelskrieg zwischen den USA und China eskaliert. Auf die Möglichkeit angesprochen, dass die Aktienmärkte angesichts solch umfangreicher Maßnahmen nachgeben könnten, sagte Trump: "Wenn sie es tun, dann tun sie es".

Die neue Drohung Trumps macht nicht nur an den US-Börsen Druck, sondern hat auch Einfluss auf den Deutschen Aktienindex. Die US-Futures an der Wall Street gerieten ins Minus. Der Dax in Frankfurt, der zuvor auf der Stelle trat, ebenfalls rutschte ab.

Auch mit den Europäern liegt Trump im Streit. Die bereits verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium gelten auch für EU-Produkte. Ausserdem lässt er untersuchen, ob Autoeinfuhren als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA eingestuft werden können. Peking kündigte entsprechende Gegenmaßnahmen an. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werde bei seiner Reise nach Washington in der kommenden Woche Vorschläge unterbreiten, um einen Gesprächsprozess einzuleiten, mit dem die US-Zölle auf Autoimporte verhindert werden könnten.

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