Jefta: EU und Japan unterzeichnen Freihandelsabkommen

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Die EU wollte eigentlich mit den USA eine Freihandelszone namens TTIP gründen, die Verhandlungen liegen allerdings seit dem Amtsantritt von Trump auf Eis.

Die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen unterzeichnet.

Der seit 2013 vorbereitete Pakt soll im kommenden Jahr Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk und Japans Premierminister Shinzo Abe unterzeichneten das Abkommen in Tokio.

Das Abkommen gilt auch als Signal an US-Präsident Donald Trump, dem EU und Japan Abschottungspolitik vorwerfen. 99 Prozent aller Zölle zwischen den beiden Wirtschaftsräumen sollen dadurch beseitigt werden. Die auf Käse, Wein und Schweinefleisch fallen weg.

Das Economic Partnership Agreement (EPA) wird inoffiziell auch als JEFTA (Japan-EU Free Trade Agreement) abgekürzt. 2017 betrug das Handelsvolumen zwischen der EU und Japan rund 129 Milliarden Euro. Aufgrund der Größe des japanischen Marktes mit 127 Millionen Menschen erwartet Brüssel einen deutlichen Anstieg der Exporte. Kritiker warnen hingegen davor, dass die Umwelt- und Verbraucherschutzstandards der EU künftig kaum mehr verbessert werden könnten. "Mit diesem modernen Freihandelsabkommen setzen wir ein wichtiges Zeichen für freien und fairen Handel und stemmen uns gemeinsam gegen weltweit zunehmende protektionistische Tendenzen", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Dienstag zur Unterzeichnung der Vereinbarung.

"Das ist ein hoffnungsvolles Signal in einer für den Welthandel sehr schwierigen Zeit", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, den neuen EU-Japan-Deal. Die auf Autos sollen acht Jahre nach Start des Abkommens wegfallen. Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt und damit ein äußerst interessanter Absatzmarkt für europäische Unternehmen.

Über dieses Thema berichteten am 17. Juli 2018 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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