Wahlen: Erdogan für zweite Amtszeit als Präsident vereidigt

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Nur Stunden nach seiner Vereidigung als Staatspräsident hat Recep Tayyip Erdogan am Montagabend sein neues Kabinett vorgestellt. Bislang wird der Zentralbankchef per Kabinettsbeschluss für eine fünfjährige Amtszeit mandatiert, wobei eine Wiederernennung möglich ist.

Der alte und neue Präsident der Türkei ist nun in seinem Amt vereidigt. Mit dem neuen Präsidialsystem werde es schnellere und stärkere Ergebnisse geben. "Wir wollen nicht Herr, sondern Diener des Volkes sein", sagte der Staatschef weiter. Der 40-jährige Albayrak ist ein enger Vertrauter seines Schwiegervaters und wird von ihm als Nachfolger aufgebaut. Verteidigungsminister wurde der Stabschef der türkischen Streitkräfte, Hulusi Akar. Im Aussenministerium verbleibt Mevlüt Cavusoglu, im Justizministerium Abdülhamit Gül.

Eine der bedeutendsten Veränderungen ist zudem die Eingliederung des Ministeriums für EU-Angelegenheiten in das Außenministerium.

Zu seinem ersten Vizepräsidenten ernannte Erdogan Fuat Oktay, der bisher Staatssekretär und Berater des einstigen Ministerpräsidenten Binali Yildirim war. Viele Anleger hätten gerne den als Finanzexperten respektierten Vizepremier Mehmet Simsek auf einem Ministersessel gesehen - doch Simsek musste Albayrak weichen. Schon vor Wochen hatten internationale Finanzanalysten gewarnt, dass die Person des Präsidenten selbst die Hauptursache für die anhaltende Kapitalflucht und die damit verbundene Schwächung der türkischen Lira sei. Erdogan erklärte, eine geplante Tanz- und Lasershow sei wegen des Unglücks abgesagt worden.

An der Zeremonie nahmen auch Staats- und Regierungschefs aus dem Ausland teil, darunter aber nur wenige aus Europa. Der Kreml bestätigte die Teilnahme des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew an der Feier.

Für den späten Nachmittag ist eine Zeremonie zur Einführung des im vergangenen Jahr in einem Volksentscheid beschlossenen Präsidialsystems geplant.

Der Präsident ist künftig Staatsoberhaupt, Regierungschef und Parteivorsitzender in einer Person.

Bei der Wahl am 24. Juni hatte sich Erdogan mit 52,5 Prozent durchgesetzt. Die Besetzung der 16 Ministerposten und des Vizepräsidentenamtes mit ausgewiesenen Erdogan-Anhängern - darunter nur zwei Frauen - ist Ausdruck von Erdogans Entschlossenheit, die gesamten Staatsgeschäfte seiner direkten Kontrolle zu unterstellen und keine Machtzentren außerhalb des Palastes zu dulden. In der regierungsnahen Zeitung "Yeni Safak" hingegen war von einem "historischen Tag" die Rede.

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