Mit Trick aus dem Tarifvertrag: Real-Mitarbeiter streiken bundesweit

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Nur noch 1.260 statt 1.550 Euro?

Die Gewerkschaft Verdi hatte die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette für Freitag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. Außerdem umgehe Real die Verträge zur Standort- und Beschäftigungssicherheit. Verdi rechnet mit mehreren hundert Teilnehmern.

An dem Streik beteiligen sich laut einer Übersicht auf der Website des Unternehmens auch sechs Real-Märkte in Berlin und zehn in Brandenburg. Es könne aber "zu minimalen Beeinträchtigungen" beim Einkaufen kommen.

Hintergrund ist nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft, dass Real im Frühjahr den Tarifvertrag für den Einzelhandel mit Verdi gekündigt und andere mit der Konkurrenzgewerkschaft DHV abgeschlossen hat. Deren Tarifverträge für Real würden zu durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld und längerer Arbeitszeit bei Neueinstellungen führen. Für eine Verkäuferin in 60-Prozent-Teilzeit bedeute das einen Gehaltsverlust von derzeit 1547 Euro auf 1260 Euro brutto im Monat.

"Den betroffenen Beschäftigten droht dadurch nicht bloß ein großer Verlust an Einkommen, sondern akut Armut trotz Arbeit und erst recht im Alter", sagte der Landesfachbereichsleiter Handel, Bernhard Schiederig.

Mit dem Streik will Verdi Real dazu bringen, wieder den Einzelhandelstarifvertrag von Verdi anzuerkennen.

Verdi wirft dem Real-Mutterkonzern Metro Tarifflucht vor. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie vielen Wettbewerber zu tragen hätten.

Das Unternehmen bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch.

Die Rosenheimer Mitarbeiter sind zu einer Kundgebung in Augsburg eingeladen (9.30 Uhr).

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