What?! US-Präsident Trump lobt Verhältnis zu Merkel als "sehr, sehr gut"

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Noch bevor der Nato-Gipfel offiziell begonnen hatte, machte Trump ihn zu seiner Arena. Die Regierungen der betroffenen Staaten fürchten aber nicht nur Geldforderungen. Ein "großartiger Gemeinschaftsgeist" habe geherrscht.

Brüssel US-Präsident Donald Trump geht mit einer Kampfansage in den Nato-Gipfel in Brüssel.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" fragte besorgt, woher denn dieser Hass auf Deutschland komme. Nach dem Geschmack des US-Präsidenten ist das zu wenig.

Rüge des US-Präsidenten! Donald Trump hat Deutschland kurz vor dem Nato-Gipfel massiv kritisiert. "Unsere militärische Ausrüstung ist besser als die anderer Länder". Natürlich spekuliert er darauf, dass bei steigenden Verteidigungsausgaben vor allem US-Unternehmen mehr Aufträge bekommen.

Heftig wie nie waren die Attacken. "Damit würde das Land klar unter der Zielvorgabe von 2 Prozent bleiben, auf die sich die Nato-Mitglieder 2014 geeinigt haben".

Hat Trump Recht mit seiner Forderung?

Streit gibt vor allem deswegen, weil das Zwei-Prozent-Ziel von den Bündnispartnern unterschiedlich interpretiert wird.

Beim Nato-Gipfel ist eine Sondersitzung zum Streit um die Verteidigungsausgaben angesetzt worden. Alle Staatschefs durften nur noch die engsten Mitarbeiter im Saal behalten, die beiden Regierungschefs aus Georgien und der Ukraine mussten ebenfalls gehen. Diese Themen dürften aber vom Streit um die Verteidigungsausgaben überschattet werden. Kanzlerin Angela Merkel wies dies scharf zurück. Derzeit gibt Deutschland 1,2 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für das Militär aus, bis 2024 sollen es 1,5 Prozent sein. "Die Trendwende ist längst eingeleitet".

Deutschland verdanke der Nato sehr viel und profitiere von dem Verteidigungsbündnis, so Merkel.

Doch Trump zweifelt nicht daran, dass Deutschland die zwei Prozent erreichen wird und spricht sogar schon von neuen Zielen: vier Prozent. Eine Lösung für das Problem mit Trumps Forderungen fanden auch die versammelten Staatschefs nicht. "Wir alle haben ihre Nachricht verstanden", sagte Stoltenberg an Trump gerichtet.

Es war ein auf und ab: Trotz Meinungsverschiedenheiten am ersten Tag kamen die Vertreter der Nato-Staaten zu einem Konsens. Dann müssten sich die Westeuropäer aber fragen, warum sie schon Beschwerden von Trumps Vorgängern "zu einer unausgewogenen Lastenteilung ignoriert" hätten. Was genau er damit meinte, ließ er jedoch offen. 2014 hatten die Bündnispartner zugesagt, bis 2024 Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts anzustreben. Einzelne Partner scheinen Trumps Einschätzungen nicht zu teilen. Das Zwei-Prozent-Ziel sei jetzt eine "feste Zusage", was vorher nicht der Fall gewesen sei. Dies gelte auch dafür, dass Deutschland "nur etwas über ein Prozent" seiner Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgebe. Der heimischen Wirtschaft hingegen trauen viele Amerikaner deutlich weniger zu, ihr Ansehen hat in den vergangenen Jahren arg gelitten. "Ehrlich gesagt, niemand weiß wirklich, wie sich Trump auf dem Gipfel verhalten wird", sagt der frühere Nato-Botschafter der Slowakei, Tomas Valasek zur "Times". Und er erklärte, dass sein Treffen mit Putin wahrscheinlich einfacher sei als das mit der Nato und mit May. "Vielleicht werden wir darüber reden", antwortete Trump.

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